Deutsche Tageszeitung - Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf

Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf


Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf
Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf / Foto: © picture alliance/dpa/SID

Profiboxer Felix Sturm (47) hat sich mit einer unerwarteten Niederlage in den Ruhestand verabschiedet. Der fünfmalige Weltmeister verlor seinen Abschiedskampf am Samstagabend in Stuttgart gegen den 14 Jahre jüngeren Granit Stein nach Punkten. Erst zum siebten Mal verließ er den Ring damit als Verlierer, insgesamt bestritt er in seiner bewegten Profikarriere 56 Kämpfe - weitere sollen nicht dazu kommen.

Textgröße ändern:

"Man wünscht sich einen anderen Abgang, aber so ist nunmal das Leben, Gott bestimmt etwas, und wir leben damit", sagte Sturm im Ring: "Wenn man bei Siegen feiern kann, dann muss man auch Niederlagen wegstecken können. Am Ende zählt nur eine Sache: Ich hatte eine tolle Karriere, jetzt will ich nur noch Champion für meine Familie sein. Das Leben geht weiter, ich freue mich auf das, was kommt."

Das Karriere-Ende habe er seiner Familie "versprochen", das hatte Sturm schon vor dem Kampf gesagt, und dieses Versprechen will er halten: "Es gibt Dinge, die man nicht kaufen kann – dazu gehören Charakter und das eigene Wort."

Unter dem Titel "One Last Dance" lief die emotional aufbereitete Veranstaltung in der Porsche Arena, doch nicht wenige befanden schon im Vorfeld, dass Sturm sich einen durchaus schwierigen Gegner für den Ausstand ausgesucht hatte. Stein gilt als aggressiver Boxer, betrat den Ring mit einer Bilanz von 20 Siegen aus 23 Kämpfen.

In dem auf 10 Runden angelegten Duell war der 33-Jährige dann auch äußerst aktiv, sorgte mit seiner angriffslustigen Art gar für hitzige Stimmung in der Halle. Präziser und technisch stärker boxte Sturm. Der deutlich ältere Ex-Weltmeister zeigte schnelle Reflexe und landete auch ein paar Wirkungstreffer. Die Kampfrichter notierten aber trotz des nicht immer zielgerichteten Schlaghagels von Stein offenbar genügend Treffer für den Überraschungssieger. "Danke an Felix, dass er sich getraut hat, seinen letzten Kampf gegen mich zu bestreiten", sagte er unter den Buhrufen des Publikums: "Er wusste, dass man bei mir auf Granit beißen kann."

Für Sturm, bürgerlich Adnan Catic, endete damit eine Karriere, die mit fünf WM-Titeln (WBO, WBA und IBF) zahlreiche sportliche Höhepunkte besaß, aber auch von Skandalen geprägt war. 2016 wurde er nach seinem WM-Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Einen bewussten Dopingverstoß bestritt er, der Fall führte jedoch zu einem langjährigen Gerichtsverfahren. 2020 wurde Sturm zu drei Jahren Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung und versuchter Steuerhinterziehung, Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz sowie vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Dominante Magdeburger sorgen für erste Kieler Niederlage

Der SC Magdeburg hat dem THW Kiel eine empfindliche erste Saisonniederlage zugefügt und ist an die Tabellenspitze der Handball-Bundesliga gestürmt. Die Meister von Trainer Bennet Wiegert gewannen das Duell gegen den Rekordmeister mit 32:26 (15:9) und lieferten dabei vor allem mit ihrer Abwehrleistung eine echte Machtdemonstration.

Dreierpack als Kapitän: Tresoldi überragt auf Malta

Sturmjuwel Nicoló Tresoldi hat die deutschen U21-Fußballer bei seinem Debüt als Kapitän mit einem Dreierpack zum Pflichtsieg auf Malta geschossen. Mit dem souveränen 4:1 (2:1) feierte das Team von DFB-Trainer Antonio Di Salvo den achten Sieg im neunten Qualifikationsspiel - und kann am kommenden Dienstag aus eigener Kraft das EM-Ticket lösen.

"Dummheit": Klopp hält Plädoyer gegen Rassismus

Bundestrainer Jürgen Klopp hat einen flammenden Appell gegen Rassismus und Anfeindungen gegen "seine" Nationalspieler im Netz gehalten. "Es gibt keinen Grund, sich über diese Menschen Gedanken zu machen", sagte der 59-Jährige über Hasskommentare nach der Nations-League-Niederlage gegen Griechenland (0:1) in Augsburg und betonte: "Meine Gedanken kriegen sie nicht."

Auch die Schweiz entzieht Infantino die Unterstützung

Auch in seiner Heimat kann FIFA-Boss Gianni Infantino künftig nicht mehr auf Rückendeckung bei seiner angestrebten Wiederwahl setzen. Wie der Zentralvorstand des Schweizer Fußballverbands (SFV)am Mittwoch bekannt gab, sei beschlossen worden, "die im Juni 2026 erklärte Unterstützung für die Kandidatur von Gianni Infantino für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident zurückzuziehen".

Textgröße ändern: