Deutsche Tageszeitung - "Hundertprozentig": Paris-Triumph lindert Zverevs Schmerz

"Hundertprozentig": Paris-Triumph lindert Zverevs Schmerz


"Hundertprozentig": Paris-Triumph lindert Zverevs Schmerz
"Hundertprozentig": Paris-Triumph lindert Zverevs Schmerz / Foto: © SID

Alexander Zverev wartete erst gar nicht auf das Ende der Frage. "Hundertprozentig" könne er die bittere Finalniederlage in Wimbledon nach seinem erlösenden Triumph bei den French Open besser verkraften, sagte der Hamburger: "Ich sitze hier und denke mir, dass ich ein fantastisches Tennismatch und ein fantastisches Turnier gespielt habe. Wenn ich Paris verloren und dann hier wieder verloren hätte, würde ich hier nicht so sitzen."

Textgröße ändern:

Tatsächlich gab Zverev auf seiner Pressekonferenz nach dem 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6 gegen den italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner nicht das Bild eines geknickten Verlierers ab. "Natürlich hätte ich den Pokal gerne in die Höhe gestemmt", sagte der 29-Jährige, "aber er war heute besser als ich, und er hat den Sieg verdient."

Lange Zeit hatten sich Zverev und Sinner aber ein packendes Duell auf Augenhöhe geliefert. Erst im dritten Satz zog der neue und alte Champion das Momentum auf seine Seite, auch begünstigt durch einen Sturz Zverevs, bei dem er sich das Knie überdehnte. "Es ist ein bisschen angeschwollen tatsächlich", meinte der Deutsche, der aber "normal gehen" könne.

Und so erhielt Zverev aus allen Ecken großes Lob. "Weltklasse-Tennis in Wimbledon. Ein tolles und faires Spiel. Schade, dass es nicht geklappt hat", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich das Finale aus der ersten Reihe der Royal Box angesehen hatte und Zverev anschließend in der Umkleidekabine besuchte, bei Instagram: "Dennoch war es eine Freude, dabeigewesen zu sein. Danke für diesen Einsatz." Der Bundeskanzler und er hätten "ein paar Worte miteinander geredet", sagte der Tokio-Olympiasieger: "Es war schön, dass er da war."

Nach intensiven Wochen und Monaten wolle sich Zverev nun "irgendwann auch ein paar Tage freinehmen". Anschließend soll die Jagd mit seinem offensiveren Spielstil weitergehen. "In Paris habe ich zum ersten Mal in meiner Karriere einen Grand-Slam-Titel gewonnen. Ich habe es hier zum ersten Mal in meiner Karriere ins Finale geschafft. Natürlich muss da etwas gut laufen", sagte Zverev: "Ist es schon perfekt? Nein. Aber ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg."

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

PGA Tour: Rosenmüller erstmals in den Top 10

Der deutsche Golfprofi Thomas Rosenmüller hat mit seinem ersten Top-10-Ergebnis auf der PGA-Tour ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Münchner blieb in Louisville/Kentucky zum Abschluss mit einer 65 fünf Schläge unter Par und sprang noch vom 34. auf den geteilten zehnten Platz. Den Sieg holte Steven Fisk (USA) im Stechen am dritten Extra-Loch.

Márquez plant die Sommerpause: Schlafende "Muskeln wecken"

Es muss für die Konkurrenz wie eine Drohung klingen. "Ich will hart arbeiten, um einige Muskeln zu wecken, die schlafen", sagte MotoGP-Weltmeister Marc Márquez, der "King of Sachsenring", nach dem Großen Preis von Deutschland mit Blick auf die vierwöchige Sommerpause. "Wenn das klappt, können wir in der zweiten Saisonhälfte um den Titel kämpfen."

Lipowitz legt die Beine hoch: "Es war ein harter Start"

Akkus aufladen - und dann alles auf Angriff? Für Deutschlands Radstar Florian Lipowitz kommt der erste Ruhetag bei der Tour de France wie gerufen. "Es war von Anfang an ein harter Start, ganz anders als letztes Jahr", sagte der Vorjahresdritte: "Mit den Temperaturen hatten alle zu kämpfen."

Nächste Pleite gegen Sinner: Zverev verpasst Wimbledon-Titel

Alexander Zverev hat den ersten deutschen Wimbledon-Triumph im Männereinzel seit 35 Jahren verpasst. Der Hamburger verlor das Finale des prestigeträchtigen Tennisturniers in London 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6 gegen seinen italienischen Angstgegner Jannik Sinner, der seinen Titel erfolgreich verteidigte. Für Zverev ist es in seinem fünften Major-Finale die vierte Niederlage.

Textgröße ändern: