Deutsche Tageszeitung - Zorc: Klopp "das Beste, was Deutschland passieren kann"

Zorc: Klopp "das Beste, was Deutschland passieren kann"


Zorc: Klopp "das Beste, was Deutschland passieren kann"
Zorc: Klopp "das Beste, was Deutschland passieren kann" / Foto: © picture alliance/SID

Michael Zorc hat den "Glücksfall" Jürgen Klopp 2008 zu Borussia Dortmund geholt, 18 Jahre später sieht er in ihm den perfekten Fußball-Bundestrainer. "Er ist die einzige und logische Wahl - und das Beste, was Fußball-Deutschland jetzt passieren kann", sagte der damalige Sportdirektor und heutige BVB-Aufsichtsrat dem SID am Samstag.

Textgröße ändern:

Der 63-Jährige, der sich aus der Öffentlichkeit vor Jahren größtenteils zurückgezogen hat, begründete seine Einschätzung mit Klopps Prinzipien und Ausstrahlung. "Egoismen hintenan stellen, das Leistungsprinzip nach vorne setzen: Er geht voran, und die Leute werden ihm folgen", sagte Zorc. Besonders jetzt sei dies "eine gute Sache, wo wir vielleicht nicht die alles überragende Qualität an Einzelspielern besitzen".

Er freue sich für seinen Freund und alten Weggefährten, betonte Zorc. "Das ist eine Aufgabe, in die er richtig Energie reinbringen kann. Davon werden wir alle profitieren."

2008 soll sich Klopp, 59, bereits mit dem FC Bayern München einig gewesen sein, der sich dann aber für Jürgen Klinsmann entschied. Der Hamburger SV lehnte Klopp ab. So kam der BVB zum Zuge: "Klopp war ein hervorragender Trainer, ein Fußball-Fachmann, der es aber auch geschafft hat, eine große Community, eine ganze Stadt zu begeistern und positiv zu infizieren", sagte Zorc. "Er hatte eine große Überzeugungskraft."

Begeisterungsfähigkeit, aber auch die Gabe, Begeisterung bei anderen zu wecken, besitze Klopp "in einer für mich nie dagewesenen Weise". Der Trainer habe "speziell den Nerv in Dortmund getroffen: Jetzt fangen wir erstmal an zu arbeiten, nicht schön zu spielen. Das kam hervorragend an." Gemeinsam wurden beide zweimal Meister und schafften es ins Champions-League-Finale.

Klopp ist sich mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Grundzügen über einen Bundestrainervertrag bis zur WM 2030 einig, die Verhandlungen laufen. "Ich glaube, dass diese Aufgabe zu ihm passt. Und auch die Situation", sagte Zorc. "Er hat bei uns eine Top-Top-Leistung über das Kollektiv entwickelt, das ist ja vielleicht auch das, was Deutschland aktuell benötigt."

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

DFB-Elf wohl mit Urbig im Tor

Jürgen Klopp wechselt bei seiner XXL-Rotation auch im deutschen Tor: Der Bayern-Profi Jonas Urbig bekommt in der Nations League gegen Serbien am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in der Münchner Arena höchstwahrscheinlich sein Heimspiel und damit seinen ersten Einsatz im DFB-Dress.

Offiziell: Manchester City im Finanzskandal schuldig

Manchester City ist wegen schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln offiziell in den meisten Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Das teilte die Premier League am Dienstag mit, nachdem eine unabhängige Kommission zu dem Entschluss gekommen war. Der Verein kann gegen die Feststellungen bis Freitag Berufung einlegen. Über die Sanktion wird in einer gesonderten Anhörung entschieden.

Ceferin attackiert Infantino: "Fußball braucht keine Kaiser"

UEFA-Chef Aleksander Ceferin hat sich unbeeindruckt von den jüngsten Bemühungen von Gianni Infantino gezeigt - und eine neue Attacke auf den FIFA-Boss gestartet. Bei der Generalversammlung der European Football Clubs (EFC) in Kopenhagen kritisierte er das unlängst gescheiterte Investorenprojekt, die Vergabe des FIFA-Friedenspreises an den US-Präsidenten Donald Trump sowie die Hintergründe im "Fall Balogun" bei der WM im Sommer scharf - ohne Infantinos Namen zu nennen.

U21: Tresoldi Kapitän auf Malta und gegen Georgien

Der umworbene Deutsch-Italiener Nicoló Tresoldi wird die U21 in den abschließenden beiden EM-Qualifikationsspielen als Kapitän auf den Platz führen. "Er hat sich das verdient", sagte DFB-Trainer Antonio Di Salvo vor der Begegnung am Mittwoch (18.00 Uhr/ProSieben Maxx) beim krassen Außenseiter auf Malta: "Ich möchte sehen, wie er reagiert mit so einer Binde am Arm, wie er damit umgeht und sich vielleicht noch mehr in der Verantwortung sieht."

Textgröße ändern: