Deutsche Tageszeitung - Nächtliche Dopingkontrollen sorgen für Wut: "Mangel an Respekt"

Nächtliche Dopingkontrollen sorgen für Wut: "Mangel an Respekt"


Nächtliche Dopingkontrollen sorgen für Wut: "Mangel an Respekt"
Nächtliche Dopingkontrollen sorgen für Wut: "Mangel an Respekt" / Foto: © picture.alliance/PHOTOPQR/L'EST REPUBLICAIN/MAXPP/SID

Die nächtlichen Dopingkontrollen der beiden Topfavoriten schlagen bei der Tour de France weiter große Wellen. In der Nacht auf Sonntag waren sowohl Titelverteidiger Tadej Pogacar als auch der inzwischen mit einem Schlüsselbeinbruch ausgeschiedene Jonas Vingegaard aus dem Schlaf gerissen worden, um eine Probe abzugeben. Anschließend übten mehrere Tour-Teilnehmer offen Kritik an dem Vorgehen der Kontrolleure.

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Pogacar drückte sein grundsätzliches Verständnis aus, bezeichnete die Kontrollen nach der 15. Etappe am Sonntag aber auch als "inhuman" und mutmaßte, dass der Schlafmangel zu Vingegaards folgenschweren Sturz in den Alpen beigetragen haben könnte. Vingegaards Teamkollege Matteo Jorgenson sprach von einem "kompletten Mangel an Respekt gegenüber den Fahrern" und Pogacars Helfer im UAE-Team Florian Vermeersch von einer "fast unmenschlichen und verrückten Situation. Die Leute werden sagen, dass wir uns beschweren und jammern, aber das ist lächerlich."

Auch der Tagessieger vom Sonntag, Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel, wurde deutlich. Schlaf sei die wichtigste Regenerationsphase für die Athleten, betonte der Belgier. "Das ist etwas, was wir als Sportler eigentlich nicht akzeptieren sollten und könnten. Jeder weiß, dass der Schlaf der einzige Moment der Erholung ist, den wir in der Nacht haben", sagte er.

Die verantwortliche "International Testing Agency" (ITA) verteidigte in einer Stellungnahme ihr Vorgehen. Auch nächtliche Kontrollen seien für ein wirksames Anti-Doping-Programm notwendig. Sie dienten dem Schutz der Integrität des Radsports, hieß es. Zugleich verwies die ITA auf die Vorgaben des Welt-Anti-Doping-Codes, des Weltverbandes UCI und des französischen Rechts. Vorwürfe, "das Wohlergehen oder Grundrechte der Sportler" zu missachten, wies die Organisation zurück.

Unterstützung erhielt die ITA tatsächlich auch von Richard Plugge, Manager bei Vingegaards Team Visma-Lease a Bike. "Das steht in den Regeln. Man weiß also, dass so etwas passieren kann. Dass es tatsächlich passiert, ist auch ein gutes Zeichen", sagte er. "Wir tun in diesem Sport, was wir können – viel mehr als in vielen anderen Sportarten –, um sicherzustellen, dass der Radsport fair bleibt." Und auch Pogacar schloss: "Wenn das notwendig ist, um weiterhin zu beweisen, dass wir sauber fahren, dann akzeptiere ich das voll und ganz."

(V.Sørensen--DTZ)

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