Deutsche Tageszeitung - Sammer schlägt Alarm: "Zukunft steht auf dem Spiel"

Sammer schlägt Alarm: "Zukunft steht auf dem Spiel"


Sammer schlägt Alarm: "Zukunft steht auf dem Spiel"
Sammer schlägt Alarm: "Zukunft steht auf dem Spiel" / Foto: © picture-alliance/SVEN SIMON/SID

Der frühere Nationalspieler Matthias Sammer hat abermals ein Zurück zu den "deutschen Tugenden" gefordert und mit Blick auf die DFB-Auswahl Alarm geschlagen. "Die Zukunft unseres Fußballs steht auf dem Spiel", sagte der Europameister von 1996 der Zeit.

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Sammer (58) forderte, dass der Kampf wieder "wichtiger ist als die B-Note für die Schönheit des Spiels". Es brauche den Willen zu sagen: "Das wird zwar beschissen aussehen, aber den Gegner muss ich erst mal wegfegen. Punkt."

Die Grundlage dafür sei "ein Konzept, vom Kindesalter bis zum Ende einer möglichen Karriere". Ein Hexenwerk sei dies nicht, er selbst habe es als DFB-Sportdirektor von 2006 bis 2012 vorgegeben. "Am Ende stand der WM-Titel 2014."

Auch jetzt sei er bereit, sich zu engagieren. "Ich habe den beiden wichtigsten Vertretern des DFB signalisiert, dass ich bereit bin, unserem Fußball inhaltlich zu helfen." Zuvorderst gehe es aber um Inhalte, nicht um Personen.

Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp sei "genau der Richtige für diese Position", meinte Sammer: "Jürgen steht für etwas Physisches und hohes Tempo. Er hat eine klare Spielidee, mit und gegen den Ball. Er hat Aura und Autorität." Und er wisse, wie wichtig der Nachwuchs sei.

Diesen sieht Sammer bei DFB-Direktor Hannes Wolf in guten Händen. Dessen neue Spielformen, "die wieder mehr dem Straßenfußball ähneln", findet Sammer "überragend". Allerdings müsse der DFB weg von flachen Hierarchien und wieder echte Führung zulassen.

Auch müsse es aufhören, dass "wir uns für unsere traditionellen Stärken, die sprichwörtlichen deutschen Tugenden, schämen". Der deutsche Fußball habe sich selbst "verleugnet", denn: "Das allerhöchste Niveau erreicht man nicht ohne Widerstände."

Die Nationalelf sei "ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Manchmal gibt es mehr Schein als Sein." Es werde zu sehr auf Bequemlichkeit geachtet, Reibung finde nicht statt. Die Folge sei bei der WM zu sehen gewesen: Dort habe die DFB-Elf den Begriff Hilflosigkeit neu definiert, sagte Sammer.

(A.Nikiforov--DTZ)

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