Deutsche Tageszeitung - Medien: UEFA diskutiert möglichen WM-Boykott

Medien: UEFA diskutiert möglichen WM-Boykott


Medien: UEFA diskutiert möglichen WM-Boykott
Medien: UEFA diskutiert möglichen WM-Boykott / Foto: © SID

Der Weltverband FIFA und sein WM-Investorenplan halten den internationalen Fußball weiter in Atem. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge will die Europäische Fußball-Union (UEFA) noch in der laufenden Woche eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über ihre weitere Reaktion auf die Pläne zu beraten. Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden.

Textgröße ändern:

Die englische Times, der Telegraph und die Financial Times hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Abend weitgehend. Die UEFA hatte bereits in einer ersten Stellungnahme scharfe Kritik geübt.

In Bezug auf den Bericht der Times schrieb die UEFA, dass damit eine Grenze überschritten werde, "die die führenden Institutionen des Fußballs niemals überschreiten dürfen. Die UEFA nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun", teilte der europäische Verband mit. "Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der FIFA, ihn zu verkaufen."

Die FIFA will nach eigenen Angaben "das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge über das gesamte Turnierportfolio im Männer-, Frauen- und Jugendfußball" ausschöpfen. "Sorgfältig" ausgewählte Investoren sollten "Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an der FFE" erwerben, hieß es in einer Stellungnahme. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut den Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Vor leeren Rängen und ohne Handschlag: Irland besiegt Israel bei Nations-League-Spiel

Vor fast leeren Rängen und ohne Handschlag: Irland hat das politisch aufgeladene Nations-League-Spiel gegen Israel mit 3:0 für sich entschieden, allerdings blieben die sonst üblichen sportlichen Gesten aus. Während der israelischen Nationalhymne senkten die irischen Nationalspieler am Sonntag im ungarischen Debrecen demonstrativ die Köpfe, auch verweigerten sie der gegnerischen Mannschaft aus Israel den üblichen Handschlag.

"Griechische Tragödie für Klopp": Pressestimmen zum Länderspiel

Jürgen Klopp kassiert schon im zweiten Spiel seine erste Niederlage als Bundestrainer. Die internationale Presse spricht nach dem 0:1 gegen Griechenland in Augsburg von "Unruhe" und einem "unrühmlichen Start" für den 59-Jährigen. Die internationalen Pressestimmen im Überblick:

Wenig Spaßfußball: Klopp kassiert erste Niederlage

Viel zähes Ringen, wenig Spaßfußball - und die erste Niederlage! Einpeitscher Jürgen Klopp und seine wild durchgemischten "Balldiebe" sind vom rasenden Power-Stil des neuen Bundestrainers noch weit entfernt. Bei seinem Heimdebüt gegen Griechenland sah Klopp zwar lange Zeit ermutigende Fortschritte in Zuordnung und Abwehrverhalten, dann aber wurde seine Defensive beim 0:1 (0:0) in Augsburg doch kalt erwischt.

Rad-WM: US-Amerikaner McNulty düpiert die Favoriten

Brandon McNulty schlug vor dem Zielstrich ungläubig beide Hände auf den Helm, dann hüllte sich der Sensations-Weltmeister in eine US-Flagge und ließ seiner Freude in dem Armen seiner Ehefrau Summer freien Lauf. Völlig überraschend hat der 28-Jährige die Superstars im WM-Straßenrennen düpiert und Tadej Pogacars zweijährige Regentschaft im Regenbogentrikot beendet. McNulty verwies zum WM-Abschluss in Kanada nach 273,4 km den Australier Michael Matthews und Ex-Weltmeister Mathieu van der Poel auf die Plätze und sicherte sich seinen ersten WM-Titel.

Textgröße ändern: