Deutsche Tageszeitung - British Open: Henseleit verpasst Major-Sieg dramatisch

British Open: Henseleit verpasst Major-Sieg dramatisch


British Open: Henseleit verpasst Major-Sieg dramatisch
British Open: Henseleit verpasst Major-Sieg dramatisch / Foto: © SID

Die Golf-Olympiazweite Esther Henseleit hat bei der British Open den ersten Major-Triumph ihrer Karriere dramatisch im Stechen verpasst. Die Nummer 43 der Weltrangliste verpatzte am zweiten Extraloch ihren Abschlag, der Ball traf einen Zuschauer und prallte von diesem in einen Busch. Den Sieg auf dem Par-71-Kurs in Lancashire holte sich die Japanerin Shiho Kuwaki. Für Henseleit ist der zweite Platz dennoch das mit Abstand beste Ergebnis bei einem der fünf großen Turniere im Frauen-Golf.

Textgröße ändern:

Damit bleibt Sophia Popov, die 2020 sensationell die British Open gewonnen hatte (damals in Troon), bis auf Weiteres die einzige deutsche Major-Gewinnerin. Henseleit, deren bestes Ergebnis bei den Jahres-Höhepunkten bislang zwei siebte Plätze im Jahr 2024 gewesen waren, kann sich mit satten 994.669 US-Dollar Preisgeld und einem gewaltigen Sprung in der Weltrangliste trösten.

Henseleit hatte sich im Vorfeld bereits ihr Ticket für den Solheim Cup gesichert. Der Kontinentalvergleich zwischen den USA und Europa findet Mitte September in den Niederlanden statt. Henseleit debütierte 2024 bei der 12,5:15,5-Niederlage Europas in Gainesville/US-Bundesstaat Virginia.

Henseleit startete im Royal Lytham & St Annes Golf Club am Sonntag zunächst nervös, nach einem Bogey an Loch drei aber drehte sie auf: An der 15 verpasste sie ein Eagle um Millimeter, auf der 18 schließlich gelang ihr ein unglaublicher Putt zum Birdie - damit kam sie überraschend noch ins Stechen gegen Kuwaki.

Beide Spielerinnen benötigten für die vier regulären Runden je 279 Schläge und überflügelten damit noch die US-Amerikanerin Yealimi Noh, die mit drei Schlägen Vorsprung auf die Schlussrunde gegangen war und Dritte (280) wurde.

Kuwaki (23), selbst bis dato noch ohne Major-Erfolg, verpatzte im Stechen gleich ihren Abschlag im ersten Anlauf am 18. Loch, rettete aber das Par. Es ging wieder von vorn los. Dann kam es zu Henseleits Fehlschlag. Auch wenn sie den Ball aus schwer spielbarer Position noch Richtung Loch brachte, ließ sich Kuwaki ihrerseits den Erfolg nicht mehr nehmen.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Werth gewinnt Bronze in der Kür - Fry mit dem Double

Versöhnlicher WM-Abschluss für Isabell Werth: Die deutsche Rekord-Olympiasiegerin hat die Weltmeisterschaften in Aachen mit der Bronzemedaille in der Kür abgeschlossen. In der letzten Dressurprüfung der Wettkämpfe ritt die erfolgreichste Reiterin der Geschichte unter Flutlicht als allerletzte Starterin mit ihrem Olympiapferd Wendy zu 88,650 Prozent und gewann die 14. WM-Medaille ihrer Karriere. Gold holte sich Titelverteidigerin Lottie Fry aus Großbritannien vor der Dänin Cathrine Laudrup-Dufour.

Auch ohne Ansah: Sprintstaffel stürmt zu Silber

Angefeuert von "Edelfan" Owen Ansah haben die deutschen Sprinter bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille über 4x100 m geholt. Auch ohne den frischgebackenen 200-m-Europameister musste sich die DLV-Staffel mit Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah in 38,64 Sekunden im Finale nur Großbritannien (38,45) geschlagen geben. Bronze ging an Belgien (38,70).

Im letzten Versuch: Weber holt Speer-Gold - Thumm Silber

Zurück auf dem Thron: Julian Weber (Mainz) hat zum zweiten Mal nach 2022 EM-Gold im Speerwurf gewonnen. Der 31-Jährige setzte sich in Birmingham nach einem packenden Wettkampf erst mit seinen im letzten Versuch erzielten 90,40 Metern deutlich vor seinem Teamkollegen Nick Thumm (Stuttgart) durch. Der erst 21-Jährige warf bei seinem EM-Debüt mit 83,76 Metern persönliche Bestleistung. Weber und Thumm sorgten mit ihrem Doppelsieg für die Medaillen 13 und 14 bei den Titelkämpfen für die deutsche Mannschaft.

Hattrick: Bayern-Frauen gewinnen Supercup

Die Fußballerinnen des FC Bayern haben mit einem Hattrick im Supercup ihre nationale Vormachtstellung gleich im ersten Pflichtspiel der Saison behauptet. Die Münchnerinnen gewannen die erst seit drei Jahren wieder ausgespielte Trophäe durch ein 3:0 (2:0) im Prestigeduell gegen den VfL Wolfsburg zum dritten Mal in Serie, und zum dritten Mal gegen den deutschen Vizemeister.

Textgröße ändern: