Deutsche Tageszeitung - Hainer zu FIFA: "Grober Verstoß gegen Corporate Governance"

Hainer zu FIFA: "Grober Verstoß gegen Corporate Governance"


Hainer zu FIFA: "Grober Verstoß gegen Corporate Governance"
Hainer zu FIFA: "Grober Verstoß gegen Corporate Governance" / Foto: © SID

Herbert Hainer hat das jüngste Vorgehen der FIFA und ihres Präsidenten Gianni Infantino angeprangert. Die umstrittenen und nach heftigsten Protesten gescheiterten Investorenpläne seien "ein grober Verstoß gegen Corporate Governance", also Leitplanken in Bezug auf Transparenz, Kontrolle und Verantwortung, gewesen, sagte der Präsident des FC Bayern in Südkorea. "Ich bin der Überzeugung, dass es jetzt starke Bestrebungen gibt, das detailliert aufzuarbeiten und dann auch die nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen, dass eben solche Dinge nicht mehr passieren und dass man in der Zukunft einen deutlich demokratischeren Prozess hat", sagte Hainer.

Textgröße ändern:

Zwar gehöre Kommerzialisierung "auf der einen Seite auch zum Sport dazu, aber sie muss auch bestimmte Grenzen haben. Wenn Fremdinvestoren dann mitbestimmen wollen, dann ist eben die Gefahr sehr groß, dass Grundbedürfnisse und Grundstrukturen des Fußballs angegriffen werden - und das kann auf keinen Fall sein. Der Fußball, der gehört uns allen, der gehört den Fans und dafür sind wir auch da, um das zu bewahren."

Infantino hatte zuvor sein Vorhaben, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, nach massiver Kritik aufgegeben. Die UEFA forderte nach dem "schäbigen und undurchsichtigen Deal" einen Kulturwechsel, auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf wünscht sich eine "lückenlose Aufklärung".

Ob aus diesen auch ein Ende der Amtszeit Infantinos resultieren könne, "das entscheiden die Mitgliedsländer, aber Fakt ist, dass sehr viel Druck da ist, um das Ganze aufzuklären", sagte Hainer: "Und dann wird man sicherlich auch die nötigen Konsequenzen ziehen, wie immer die auch aussehen. Aber die wird es mit Sicherheit geben."

Der Fußball-Weltverband FIFA hatte nach massiver Kritik seine Investorenpläne aufgegeben. Dies teilte Präsident Gianni Infantino in der Nacht zu Samstag in einem Statement mit. Geplant war die Gründung der FIFA Forward Enterprise (FFE), einer Tochtergesellschaft, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln sollte. Damit hätten auch Anteile an der Fußball-WM an Investoren verkauft werden können.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Medien: Infantino ruft FIFA-Mitarbeiter zu Krisentreffen

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat offenbar hochrangige Mitarbeiter des Fußball-Weltverbandes zu einer Krisensitzung in die marokkanische Hauptstadt Rabat einberufen. Dies berichteten die Times und Sky UK am Dienstagabend übereinstimmend. Das Treffen im Co-Gastgeberland der WM 2030, in dem sich Infantino derzeit aufhält, soll demnach am Mittwoch stattfinden.

Schwimm-EM: Hentschel und Turmduo verpassen Medaille

Die deutschen Wasserspringer haben am fünften EM-Tag in Paris ihre sechste Medaille verpasst. Lena Hentschel kam zwei Tage nach Bronze im Mixed-Synchron im Einzelfinale vom 3-m-Brett im Centre Aquatique Olympique am Stade de France nicht über den fünften Platz mit 297,65 Punkten hinaus, knapp 15 Zähler fehlten der Berlinerin zum Podest. Die Dresdnerin Jette Müller sprang auf Rang sechs (287,00). Den Titel gewann die italienische 1-m-Europameisterin Chiara Pellacani (358,05) vor der Britin Yasmin Harper (318,70) und der Russin Nadeschda Trifonowa (312,40).

Schwimm-EM: Avila Sanchez und Eikermann verpassen Medaille

Luis Avila Sanchez und Jaden Eikermann haben die sechste Medaille für die deutschen Wasserspringer bei der Schwimm-EM in Paris verpasst. Im Synchronfinale vom Turm kam das Duo aus Berlin und Aachen am Dienstag im Centre Aquatique Olympique am Stade de France auf 392,43 Punkte und Platz fünf. Zu Bronze fehlten den WM-Sechsten knapp 14 Zähler. Der 20-jährige Avila Sanchez hatte am Sonntag mit seiner Vereinskollegin Lena Hentschel im Mixed-Synchronspringen vom 3-m-Brett Bronze gewonnen.

Tour de France Femmes: Sieg und Gelb für Reusser

Favoritin Marlen Reusser hat das Einzelzeitfahren bei der vierten Etappe der Tour de Frances Femmes gewonnen und erstmals das Gelbe Trikot übernommen. Die 34 Jahre alte Schweizerin vom Movistar Team, amtierende Weltmeisterin im Einzelzeitfahren, führt das Gesamtklassenment nach ihrem Sieg auf welligen 21 Kilometern von Gevrey-Chambertain nach Dijon nun vor der Niederländerin Demi Vollering (+0:14 Minuten/FDJ United-Suez) und Cédrine Kerbaol (+0:54/EF Education-Oatly) aus Frankreich an.

Textgröße ändern: