Deutsche Tageszeitung - "War mein Traum": Varfolomeev will nach Mehrkampf-Gold mehr

"War mein Traum": Varfolomeev will nach Mehrkampf-Gold mehr


"War mein Traum": Varfolomeev will nach Mehrkampf-Gold mehr
"War mein Traum": Varfolomeev will nach Mehrkampf-Gold mehr / Foto: © picture-alliance/Eibner-Pressefoto/SID

Eine rauschende Partynacht nach dem ersehnten WM-Mehrkampftitel vor dem Heimpublikum in der Frankfurter Festhalle? Keine Chance! "Es geht jetzt darum, ein bisschen zu schlafen, ein bisschen zu regenerieren", sagte Darja Varfolomeev sichtlich erschöpft, aber überglücklich mit der Goldmedaille um den Hals. Schließlich hat die beste Rhythmische Sportgymnastin der Welt bei der Heim-WM in Frankfurt am Main noch viel vor.

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Drei Titel kann die 19-Jährige in der Mainmetropole noch gewinnen, am Sonntag stehen die Gerätefinals mit dem Reifen (12.10 Uhr), dem Ball (12.50 Uhr) und dem Band (15.50 Uhr) an. Das wichtigste Gold der diesjährigen Wettkämpfe aber ist Varfolomeev nicht mehr zu nehmen - am Freitagabend bewies sie vor 4250 Zuschauern in der Frankfurter Festhalle erneut, wer die Ryhthmische Sportgymnastik in ihrer gesamten Breite am besten beherrscht.

Mit 119,500 Punkten hatte sich Varfolomeev im Mehrkampffinale vor der Bulgarin Stiliana Nikolowa (117,600) und der Italienerin Sofia Raffaeli (117,550) durchgesetzt - und das, obwohl die Auftaktübung mit dem Reifen holprig verlaufen war. "Es war mein Traum, mit Deutschland die Hymne zu singen", sagte die Athletin vom TSV Schmiden, nachdem sie mit dem Ball, den Keulen und dem Band jeweils nahezu fehlerfrei geblieben war.

Einen Wettbewerb vor heimischem Publikum könne man nicht mit anderen Wettkämpfen vergleichen, "es war etwas ganz besonderes", sagte Varfolomeev. Es sei mit Worten "nicht zu beschreiben, wie schwer es ist, bis zum Ende den Fokus zu behalten."

Nach dem holprigen Start war auch Nervenstärke gefragt: "Ich wusste, dass ich die ganze Schwierigkeit meiner Übungen zeigen muss", erklärte die Olympiasiegerin von 2024 - "sonst wird es nicht für das Treppchen reichen." Am Ende aber stand Varfolomeev ganz oben und durfte sich über ihr zwölftes WM-Gold sowie ihren dritten Mehrkampftitel in Folge freuen. Die Party soll dann am Sonntagabend folgen.

Zuvor will Varfolomeev aber nicht nur ihre WM-Titel mit dem Band und mit dem Ball verteidigen - sondern auch mit dem Reifen glänzen. Das verpasste Keulen-Finale dürfte sich angesichts der herausragenden Vorstellung vom Freitag inzwischen verschmerzen lassen.

(L.Møller--DTZ)

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