Deutsche Tageszeitung - Kieferschmerzen vom Schreien: Goldjunge Weber mit Kampfansage

Kieferschmerzen vom Schreien: Goldjunge Weber mit Kampfansage


Kieferschmerzen vom Schreien: Goldjunge Weber mit Kampfansage
Kieferschmerzen vom Schreien: Goldjunge Weber mit Kampfansage / Foto: © picture-alliance/AP/SID

Julian Weber rieb sich das Kinn. "Mein Kiefer tut echt weh, ich habe so viel rumgeschrien", sagte Europas Speerwurf-König nach seinem Wahnsinns-Wurf zu Gold. Erst im letzten Versuch machte der Mainzer seinen zweiten großen Titel der Karriere klar und konterte den aufmüpfigen Youngster Nick Thumm aus. "Das war schon mit das geilste Feeling, das ich bisher so hatte", sagte Weber über seinen Meisterschaftsrekord von 90,40 Metern: "Da war so viel Adrenalin in diesem Moment."

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Weber, trotz einiger Wehwehchen im Vorfeld als Top-Favorit nach Birmingham gereist, übernahm gleich im ersten Versuch mit 83,71 Metern die Führung. Doch danach ging nicht mehr viel bei dem 31-Jährigen. Stattdessen drehte plötzlich Thumm mächtig auf, das Toptalent aus Stuttgart verdrängte Weber im fünften Versuch (83,76) zunächst von der Spitze - doch der Altmeister konterte mit all seiner Klasse. Und ist zurück auf dem Thron.

"Das bedeutet mir unfassbar viel", sagte Weber, schließlich verfolgt den Sportsoldaten ja ein bisschen der Ruf, dass er nicht für die ganz großen Momente geschaffen ist. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich ein mentales Biest bin", sagte Weber im ZDF.

Und so war sein Goldwurf auch ein Zeichen und eine Kampfansage an die Konkurrenz um Weltmeister Keshorn Walcott (Trinidad und Tobago) und Olympiasieger Arshad Nadeem (Pakistan). Jetzt soll auch auf der ganz, ganz großen Bühne eine Medaille her, bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen ist Weber ja bei sechs Anläufen trotz großer Träume bisher leer ausgegangen.

Er werde "wieder extrem hart arbeiten", sagte Weber, der schon 2022 in München Europameister wurde sowie 2024 EM-Silber gewann, "und für die nächsten Jahre alles geben". Voller Vorfreude plant Weber mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Das EM-Gold von Birmingham "gibt mir auf jeden Fall viel Motivation".

(W.Novokshonov--DTZ)

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