Deutsche Tageszeitung - Van Almsick nach EM: "Weiter dranbleiben"

Van Almsick nach EM: "Weiter dranbleiben"


Van Almsick nach EM: "Weiter dranbleiben"
Van Almsick nach EM: "Weiter dranbleiben" / Foto: © picture alliance/dpa/SID

Franziska van Almsick hat trotz der großen Erfolge des deutschen Schwimm-Teams bei der EM in Paris mit Blick auf die Sportförderung in Deutschland vor zu großer Euphorie gewarnt. "Wenn die WM kommt, wenn Olympia 2028 in Los Angeles kommt, werden die Karten noch mal neu gemischt", sagte die frühere Weltmeisterin im Interview mit RTL/ntv.

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Man sehe, "dass wir es können", sagte van Almsick. Dennoch dürfe man "nicht zu euphorisch sein und sagen: 'Wir brauchen strukturell in Deutschland im Sport nichts mehr zu ändern, weil die Leichtathleten und Schwimmer jetzt gezeigt haben: So schlecht sind wir ja gar nicht.' Davor warne ich ein bisschen. Wir müssen einfach weiter dranbleiben", betonte die 48-Jährige.

In Paris hatten die deutschen Beckenschwimmer 14 Medaillen im Becken des Centre Aquatique Olympique gesammelt. Vor allem Senkrechtstarter Johannes Liebmann sorgte dabei mit einem Welt- und einem Europarekord über die 1500 m und die 800 m Freistil für Aufsehen.

"Das ist eine absolute Wahnsinnsleistung", schwärmte van Almsick. Zudem sage die Entwicklung des 19-Jährigen viel über den Trainingsstandort Magdeburg aus, an dem auch die Olympiasieger Florian Wellbrock und Lukas Märtens unter Bundestrainer Bernd Berkhahn trainieren.

In Magdeburg mache man "ganz viel richtig", sagte van Almsick: "Da muss man einfach ein großes Lob hinschicken. Ich glaube, dass der Standort sich über viele Widrigkeiten hinwegsetzt. Wenn Trainer nur noch Einjahresverträge vom Verband bekommen und damit vielleicht ein bisschen kämpfen, dann ist es der Standort Magdeburg, der sich darum kümmert und sagt: 'Nee, wir haben hier einen Toptrainer, den müssen wir länger halten. Wir müssen zusehen, dass es den Trainern und allen, die am Erfolg beteiligt sind oder einfach zum Erfolg beitragen, gut geht. Wir müssen ihnen ein gutes Umfeld schaffen.'"

Davon könne man sich "eine Scheibe abschneiden", sagte van Almsick: "Es ist schön, jetzt mal zu sehen, dass wir es wirklich können und uns da einfach etwas abgucken."

(U.Kabuchyn--DTZ)

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