Deutsche Tageszeitung - "Dann hört der Spaß auf": Entsetzen nach Tumulten in Mannheim

"Dann hört der Spaß auf": Entsetzen nach Tumulten in Mannheim


"Dann hört der Spaß auf": Entsetzen nach Tumulten in Mannheim
"Dann hört der Spaß auf": Entsetzen nach Tumulten in Mannheim / Foto: © picture-alliance/Fotostand/SID

Nach einem besonders kniffligen Arbeitstag in Mannheim pustete Schiedsrichter Robert Schröder ordentlich durch. Die Partie gehöre "mindestens mal" zu den "Top Fünf" der schwersten Spiele seiner Karriere, sagte Schröder nach dem von massiven Ausschreitungen überschatteten Südwest-Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern (0:1 nach Verlängerung) im DFB-Pokal. Schröder bestätigte, dass die Erstrundenpartie nach der regulären Spielzeit dicht vor dem Abbruch stand.

Textgröße ändern:

"Wenn Raketen aufs Spielfeld oder sogar auf die Tribünen fliegen und Menschen verletzt werden können, dann ist das immer eine sehr sensible Situation", sagte der 40 Jahre alte Referee am Sky-Mikrofon: "Und ich persönlich muss auch sagen, wenn irgendwo Menschen gefährdet sind, dann hört der Spaß auf und dann ist man sehr nah am Abbruch." Schröder pfiff die Partie nach rund 30-minütiger Unterbrechung schließlich zur Verlängerung an, nachdem sich die Lage auch aufgrund eines großen Polizeieinsatzes beruhigt hatte.

Quasi mit Abpfiff der regulären Spielzeit waren die Spieler beider Mannschaften aneinandergeraten, dann schossen Fans Raketen auf das Spielfeld und die Haupttribüne. Einige Mannheim-Anhänger stürmten auf den Platz. Auch berittene Polizisten kamen auf den Rasen. "Es war ein Derby und das muss auf dem Platz bleiben. Was dann auf den Rängen abgegangen ist, das war drüber", sagte Kaiserslauterns Sportgeschäftsführer Thomas Hengen: "Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball." Er selbst habe "nicht gedacht, dass wir es noch zu Ende spielen können", fügte Hengen an.

Beiden Vereinen droht ein Nachspiel. "Wir werden das im Sonderbericht alles erfassen. Der wird entsprechend lang sein und dann ist es die Aufgabe des Spielausschusses oder des Sportgerichtes, da die Sanktionen zu finden", sagte Schröder.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Ausschreitungen in Mannheim: 35 Polizisten verletzt

Bei den schweren Ausschreitungen rund um das DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern sind am Freitagabend insgesamt 35 Polizisten leicht verletzt worden. Das gab das Präsidium Mannheim bekannt. 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei aus Baden-Württemberg seien betroffen.

US-Premiere: Tiafack gewinnt gegen Zavala durch K.o.

Schwergewichtsboxer Nelvie Tiafack hat bei seiner US-Premiere den fünften Sieg in seinem fünften Profikampf gefeiert. Im kalifornischen Temecula schlug der deutsche Bronzemedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele von Paris den Mexikaner Salvador Zavala durch technischen K.o. in der dritten Runde.

Barcala lobt Bühl: "Wieder eine der Schlüsselspielerinnen"

José Barcala, Trainer der Fußballerinnen von Bayern München, hat Nationalspielerin Klara Bühl nach dem starken Bundesliga-Auftakt gelobt. "Sie war schon wieder eine der Schlüsselspielerinnen. Wir hatten am Anfang nicht so viel Kontrolle", sagte der Spanier nach dem 4:1 (1:0) bei Union Berlin. Bühls Tor zum 1:0 (26.) habe den Bayern "die Ruhe gegeben, dass wir danach anfangen konnten zu spielen."

Mumbrú fordert: Gegen Kroatien muss mehr kommen

Álex Mumbrú schaute streng. "Einige von Euch sind mit dem heutigen Spiel nicht besonders zufrieden. Das ist verständlich", sagte der Basketball-Bundestrainer, nachdem sein Team mit 115:82 (50:49) gegen Tschechien souverän ins Finale des Supercups von Hamburg eingezogen war. Doch auch Mumbrú gefiel längst nicht alles im Spiel von NBA-Star Dennis Schröder und Co., im Finale am Samstagabend gegen Kroatien (20.30 Uhr/MagentaTV) erwartet der 47-Jährige mehr von seiner Mannschaft.

Textgröße ändern: