Deutsche Tageszeitung - "Dirigent" Wawrinka verabschiedet sich von der Grand-Slam-Bühne

"Dirigent" Wawrinka verabschiedet sich von der Grand-Slam-Bühne


"Dirigent" Wawrinka verabschiedet sich von der Grand-Slam-Bühne
"Dirigent" Wawrinka verabschiedet sich von der Grand-Slam-Bühne / Foto: © SID

Stan Wawrinka blickte mit Tränen in den Augen auf das Tributvideo auf der großen Leinwand, dann versuchte er, seine Emotionen in Worte zu fassen. "Ich habe über die Jahre so viel Support und Liebe hier erfahren. Es war immer besonders", sagte der Schweizer Tennisstar, nachdem seine Grand-Slam-Karriere trotz der Dreisatzniederlage gegen Matteo Berrettini bei den US Open ein würdiges Ende gefunden hatte.

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Im Alter von 41 Jahren ist für den dreimaligen Major-Sieger am Ende dieser Saison Schluss. Der Spieler mit einer der schönsten einhändigen Rückhände verlässt die Tennistour endgültig. Und Wawrinka kann unter anderem auf einen US-Open-Titel 2016 zurückblicken.

Momente wie dieser in New York, sagte Wawrinka, seien "einer der Gründe, warum ich bis 41 spielen wollte". Zum Abschied funktionierte der sonst so zurückhaltende Schweizer seinen Schläger auch noch kurzerhand zum Taktstock um und dirigierte die Jubelrufe der Fans im vollbesetzten "Grandstand" auf der Anlage in Flushing Meadows.

Dabei wäre es soweit beinahe gar nicht gekommen. Wawrinka hatte seine Wildcard erst als Nachrücker erhalten, nachdem er sich nach der ursprünglichen Verkündung der Nominierung bereits mit emotionalen Worten von dem Turnier verabschiedet hatte. "Diese Stadt hat mich herausgefordert. Sie hat mich angespornt", schrieb er in den Sozialen Medien und trat die Heimreise an - nur um kurz darauf wieder in die USA zurückzukehren.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Mann aus Lausanne angekündigt, in seine letzte Saison zu gehen. Bei den anderen drei Grand Slams wurde er von den Fans bereits gebührend verabschiedet. Schließlich hatte er sich ausgerechnet in der Hochphase der Superstars Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic mit drei Major-Titeln in die Geschichtsbücher gespielt.

Er gewann 2014 in Australien und 2015 die French Open, bevor er Djokovic 2016 im Finale von New York bezwang. In seiner langen Laufbahn seit 2002 holte er auch Olympia-Gold 2008 im Doppel und den Davis Cup 2014 jeweils an der Seite von Federer.

(W.Uljanov--DTZ)

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