FIFA-Machtkampf: Erneute Beschwerde gegen Infantino
Im Machtkampf beim Fußball-Weltverband FIFA erhöht auch FairSquare den Druck auf Präsident Gianni Infantino. Die Organisation hat eine erneute Beschwerde gegen den Schweizer bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht. Die Kommission müsse "nicht nur handeln, sondern auch erkennbar mit der gebotenen Eile, Transparenz und Sorgfalt vorgehen", zitiert die Sportschau aus dem Schreiben.
FairSquare wirft Infantino demnach einen mehrfachen Verstoß gegen den FIFA-Ethikkodex vor. Vor allem seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump stelle "einen schwerwiegenden Verstoß gegen seine Pflicht zur politischen Neutralität sowie einen eklatanten Missbrauch der präsidialen Befugnisse dar", zitiert die Sportschau weiter.
FairSquare hatte bereits im Dezember 2025 eine Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht. Dasselbe Vorgehen blieb auch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ohne Erfolg. Zuletzt hatte die Organisation den Ausschluss Infantinos von der Präsidentenwahl beim FIFA-Kongress am 18. März des kommenden Jahres in Rabat/Marokko gefordert.
Infantino steht massiv unter Druck. Neben anderen fordert vor allem die Europäische Fußball-Union (UEFA) seinen Rückzug und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Hintergrund ist die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld Trumps zu verkaufen.
Ziel der UEFA ist es, Infantino vor seiner angestrebten Wiederwahl zur Aufgabe zu bewegen. Der 56-Jährige will im Kampf um den Chefposten aber nicht klein beigeben und wie geplant zur Wahl antreten. Das ließ er am Sonntag durch einen FIFA-Sprecher verkünden.
Sollte Infantino kandidieren, wird die UEFA mit großer Sicherheit einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Vieles deutet darauf hin, dass der Kanadier Victor Montagliani - Chef der Verbände aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik (CONCACAF) - als Infantino-Herausforderer antreten könnte. Die Frist für eine Nominierung läuft am 18. November ab.
(V.Varonivska--DTZ)