Deutsche Tageszeitung - Blech statt Bronze: DBB-Frauen gehen beim Heimturnier leer aus

Blech statt Bronze: DBB-Frauen gehen beim Heimturnier leer aus


Blech statt Bronze: DBB-Frauen gehen beim Heimturnier leer aus
Blech statt Bronze: DBB-Frauen gehen beim Heimturnier leer aus / Foto: © picture-alliance/DeFodi Images/SID

Bronze verschenkt, Belohnung verpasst: Am Schlusstag der Heim-WM haben die deutschen Basketballerinnen in Berlin das Kleine Finale gegen Spanien verloren und sich den Traum von einer Medaille nicht erfüllt. 24 Stunden nach der klaren Halbfinalniederlage gegen Frankreich ging das letzte Turnierspiel mit 58:81 (36:40) verloren, damit misslang auch die Revanche - schon im Auftaktspiel hatte es im Duell mit den Spanierinnen eine Pleite gesetzt.

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Das Team von Bundestrainer Olaf Lange vergab in der erneut ausverkauften Uber Arena vor 12.650 Zuschauern auch die zweite Chance, das Podium zu erklimmen und nach starken Auftritten etwas mitzunehmen. Dennoch ist es das beste WM-Ergebnis der Geschichte für eine Frauen-Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Bei der bislang einzigen Teilnahme 1998 war es nicht einmal bis ins Viertelfinale gegangen, diesmal erlebten die Fans eine Festwoche, sorgten dabei selbst für eine Euphoriewelle.

"Wir haben auf jeden Fall eine Chance", sagte der Chefcoach vor den letzten 40 Minuten, es gelte dabei auch, "etwas gutzumachen". Im ersten Vorrundenspiel gegen Spanien war das DBB-Team chancenlos gewesen (53:83), hatte "nicht so gut ausgesehen" (Lange), dann aber mit vier aufeinanderfolgenden klaren Siegen das Halbfinale erreicht.

Es galt, Schlüsse aus dem missglückten Gruppenspiel zu ziehen, doch die spanische Offense kam wie neun Tage zuvor schnell auf Touren. Früh war der Rückstand zweistellig (9:20/7.), es gab erneut viel zu viele Ballverluste, auch beim Rebounding hakte es. Spanien, das am späten Samstagabend nach einer starken Leistung im Halbfinale an Rekordchampion USA gescheitert war (66:76), dominierte das Geschehen. Bei der deutschen Mannschaft lief im ersten Viertel wenig zusammen. Doch die Wende gelang noch vor der Pause, die DBB-Frauen legten zu, arbeiteten sich Schritt für Schritt heran. Luisa Geiselsöder sorgte für den Ausgleich (33:33/16.).

Das Publikum peitschte die deutschen Spielerinnen nach vorn, aber auch zu Beginn des zweiten Durchgangs gab zunächst Spanien den Ton an. Lange nahm beim Stand von 39:49 (34.) früh eine Auszeit, Wirkung hatte die Maßnahme nicht. Spanien um die in dieser Phase bärenstarke Raquel Carrera gelang ein 15:0-Lauf.

Wie im Frankreich-Spiel (64:86) kämpfte das deutsche Team, schaffte selbst einen Run. Ein Comeback ließen die Spanierinnen nicht zu, antworteten mit einem 11:0-Start ins letzte Viertel - die Entscheidung.

Zum Turnier war die versammelte deutsche Basketballprominenz zur Unterstützung gekommen. Ob Idol Dirk Nowitzki oder Weltmeisterkapitän Dennis Schröder, alle wollten dabei sein - auch am Sonntag. Berlin erlebe mal wieder "ein kleines Märchen", sagte Nowitzki, Schröder genoss die "geile Atmosphäre". Nur der glänzende Abschluss fehlte eben.

Auch wenn es am Finalwochenende zwei Enttäuschungen gab: Die Zukunft ist rosig. Unter Lange, seit Herbst im Amt und für Leonie Fiebich das bislang "fehlende Puzzlestück", hat das Team eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt, ist für die EM 2027 in Belgien, Finnland, Litauen, und Schweden ein Medaillenkandidat. Nach den Männern, deren Aufschwung mit EM-Bronze 2022 ebenfalls in Berlin begonnen hatte, sind auch die Frauen oben angekommen. Ziemlich weit oben.

(Y.Leyard--DTZ)

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