Deutsche Tageszeitung - Klopp will sich "Fahne zurückholen"

Klopp will sich "Fahne zurückholen"


Klopp will sich "Fahne zurückholen"
Klopp will sich "Fahne zurückholen" / Foto: © SID

Jürgen Klopp hat seine erste Kader-Nominierung als Bundestrainer für eine Grundsatzrede gegen rechts und für "positiven Patriotismus" genutzt. "Ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen", sagte Klopp am Donnerstag am Frankfurter DFB-Campus: "Ich möchte, dass wir sie immer so schwingen, dass niemand denkt, was mit dir nicht in Ordnung ist. Sondern dass man einfach nur das Gefühl hat, du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, dass du in diesem wundervollen Land geboren, aufgewachsen und zugezogen bist."

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Klopp verwies auf die jüngste Wahl in Sachsen-Anhalt mit dem großen Erfolg der AfD - einer Wahl, "die manche Leute wahrscheinlich okay fanden, viele andere haben gedacht: Du lieber Himmel, was passiert denn da?" Er sei "kein Fachmann" für Politik, aber er wolle "Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen. Aber ich weiß nicht mehr, ob man das Wort überhaupt so benutzen kann, darf. Ohne dass das falsch verstanden wird."

Er wolle daher von "positivem Patriotismus" sprechen. "Ich finde tatsächlich, dass wir ein wundervolles Land sind." Wie er es als Bundestrainer tue, könne es auch allgemein helfen, "ab und zu mal drauf zu gucken, was wir eigentlich Gutes haben". Klopp weiter: "Ich kann stolz darauf sein, deutsch zu sein und trotzdem offen und vielfältig und nett, freundlich."

Der Fußball sei dann dazu da, die Stimmung aufzuhellen. "Es ist wichtiger, dass wir Ärzte haben. Es ist wichtiger, dass wir Pflegepersonen haben. Es ist wichtiger, dass wir ganz, ganz viele Menschen in ganz vielen Berufen haben." Der Fußball könne hier aber "ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, dass wir wirklich die Kraft des Sports spüren."

Klopp verwies auf die Erfolge von Tennisstar Alexander Zverev, auf die Hockey-Weltmeister, die Heim-WM im Basketball oder die Leichtathletik-EM in diesem Sommer als positive Beispiele. "Das ist unser Auftrag. Wir müssen für die Stimmung sorgen, ich weiß das. Aber dazu braucht man Leute, die das auch annehmen."

(O.Tatarinov--DTZ)

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