Deutsche Tageszeitung - FIFA-Machtkampf: UEFA und CONCACAF wollen Geld sehen

FIFA-Machtkampf: UEFA und CONCACAF wollen Geld sehen


FIFA-Machtkampf: UEFA und CONCACAF wollen Geld sehen
FIFA-Machtkampf: UEFA und CONCACAF wollen Geld sehen / Foto: © SID

Im Machtkampf beim Fußball-Weltverband FIFA erhöht die Europäische Fußball-Union (UEFA) gemeinsam mit ihrer verbündeten Konföderation CONCACAF massiv den Druck auf Präsident Gianni Infantino. Die Europäer sowie der Verband für Nord-, Mittelamerika und die Karibik fordern von der FIFA ultimativ die Auszahlung einer Milliardensumme an die 211 Mitgliedsländer.

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Jeder FIFA-Verband soll nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft jeweils zusätzlich zehn Millionen Dollar aus den stark angewachsenen Reserven des Verbands erhalten. Die FIFA könnte sich eine solche "einmalige Ausschüttung" leisten, teilten UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und CONCACAF-Chef Victor Montagliani in einem an Infantino adressierten Brief mit.

Dem Schreiben zufolge verfügt die FIFA nach der WM über Reserven in Höhe von sechs Milliarden Dollar, eine Ausschüttung von zehn Millionen an 211 Verbände würde eine Summe von 2,1 Milliarden Dollar ergeben.

Infantino war zuletzt mit seinem Vorhaben gescheitert, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen. In diesem Zusammenhang hatte er auch den Verbänden mehr Geld versprochen. "Die FIFA verfügt aber bereits über die Möglichkeit, ihren Mitgliedsverbänden aus ihrer eigenen Bilanz heraus wesentlich mehr Mittel bereitzustellen - ganz ohne den Verkauf von Anteilen an ihren Wettbewerben und ohne eine Gegenleistung von den Mitgliedsverbänden zu verlangen", heißt es nun in dem Schreiben.

Infantino steht massiv unter Druck. Er will sich beim FIFA-Kongress am 18. März des kommenden Jahres in Rabat/Marokko wiederwählen lassen. Neben anderen fordert vor allem die UEFA den Rückzug Infantinos und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor.

Ziel der UEFA ist es, Infantino vor seiner angestrebten Wiederwahl zur Aufgabe zu bewegen. Der 56-Jährige will im Kampf um den Chefposten aber nicht klein beigeben und wie geplant zur Wahl antreten. Sollte Infantino kandidieren, wird die UEFA mit großer Sicherheit einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Vieles deutet darauf hin, dass der kanadische CONCACAF-Chef Victor Montagliani als Infantino-Herausforderer antreten könnte.

Die Frist für die Nominierung eines Kandidaten läuft am 18. November ab. Wenn am 8. und 9. Oktober die Präsidenten und Generalsekretäre aller UEFA-Mitgliedsverbände in Berlin zusammenkommen, wird voraussichtlich eine Entscheidung hinsichtlich einer Gegenkandidatur fallen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fordert ebenfalls die Ablösung Infantinos. Das machten Präsident Bernd Neuendorf und sein Stellvertreter Hans-Joachim Watzke zuletzt unmissverständlich klar. Watzke nahm dabei bereits Bezug auf die Finanzen des Weltverbandes: "Die FIFA sitzt auf einem riesigen Geldberg, der eigentlich uns gehört, den Nationalverbänden."

(W.Budayev--DTZ)

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