Deutsche Tageszeitung - FairSquare: Infantinos Reformwille "nicht ernst gemeint"

FairSquare: Infantinos Reformwille "nicht ernst gemeint"


FairSquare: Infantinos Reformwille "nicht ernst gemeint"
FairSquare: Infantinos Reformwille "nicht ernst gemeint" / Foto: © picture-alliance/ZUMA Press Wire/SID

Die Organisation FairSquare hält die Reformbereitschaft des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino für wenig glaubhaft. Das Angebot des massiv in der Kritik stehenden Schweizers, offen für eine externe Überprüfung der Governance und Änderungen in den Entscheidungsprozessen des Fußball-Weltverbandes zu sein, sei "offensichtlich nicht ernst gemeint", kritisierte FairSquare-Direktor Nicholas McGeehan am Dienstag im SID-Gespräch.

Textgröße ändern:

"Jeder sinnvolle Reformprozess würde eine feste Verpflichtung zu Regeln und Rechenschaftspflicht beinhalten, und wenn die FIFA ihre eigenen Regeln einhalten würde, würde Infantino sofort seines Amtes enthoben werden", betonte McGeehan, dessen Organisation Beschwerde gegen Infantino bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht hat. Hintergrund sind mögliche Verstöße gegen dessen Neutralitätspflicht im Umgang mit US-Präsident Donald Trump.

McGeehan sieht den Vorstoß Infantinos, der am Montag einen Brief an die 211 FIFA-Mitgliedsverbände geschickt hatte, als weiteres Kapitel im "Kampf um Macht und Loyalität" zwischen der FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA). "Reformen" seien dabei "lediglich ein Mittel, das beide Seiten zum Angriff oder zur Verteidigung einsetzen", betonte McGeehan. Es sei wichtig zu beachten, dass UEFA-Chef Aleksander Ceferin "wahrscheinlich genauso wenig an ernsthaften Reformen interessiert ist wie Gianni Infantino".

Kritiker werfen Infantino seit dessen Amtsantritt im Jahr 2016 eine Abkehr von zahlreichen Reformen vor, die infolge des FIFA-Skandals eingeführt worden waren. Trotz der massiven Kritik aus Teilen der Fußballwelt strebt der 56-Jährige, der kürzlich mit seinem WM-Investorenplan gescheitert war, bei der Neuwahl im März 2027 eine weitere Amtszeit an. Vor allem die UEFA forciert einen Rückzug Infantinos, die Europäer werben ebenfalls mit der Forderung nach Reformen um Unterstützung im Weltfußball.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Olympia 2036: Sechs Rivalen für München

Die Münchner Olympiabewerbung für die Sommerspiele 2036 konkurriert in der Auswahl des Internationalen Olympischen Komitees mit sechs Kandidaten aus Europa, Asien und Afrika. Am Dienstag nannte das IOC neben Deutschland die Länder Ungarn und die Türkei, Indien und Katar sowie Südkorea und Südafrika als offizielle Bewerber für die Spiele in zwölf Jahren. Alle befänden sich im "Continuous Dialogue" mit dem IOC.

Erster Titel seit Februar: Alcaraz jubelt wieder in Tokio

Tennisstar Carlos Alcaraz hat seine lange Leidenszeit endgültig hinter sich gelassen und den ersten ATP-Turniersieg seit knapp acht Monaten gefeiert. Der Spanier schlug im Finale von Tokio den Tschechen Jiri Lehecka und verteidigte damit erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr. 7:6 (7:4), 6:4 hieß es nach einer intensiven Partie aus Sicht von Alcaraz.

Bis 2031: Länderspiele der DFB-Frauen bei ARD und ZDF

Auch in den kommenden Jahren können Fans die Partien der deutschen Fußballerinnen in der ARD und im ZDF verfolgen. Wie die TV-Sender und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag mitteilten, haben die Öffentlich-Rechtlichen die exklusiven Medienrechte an sämtlichen Länderspielen der Frauen bis ins Jahr 2031 erworben.

Sinner muss Saison beenden - Zverev vor Sprung an die Spitze

Der Weg an die Spitze der Tennis-Weltrangliste ist frei für Alexander Zverev: Jannik Sinner muss seine Saison frühzeitig abbrechen. Die Nummer eins der ATP aus Südtirol kann aufgrund von anhaltenden Knieprobleme in diesem Jahr nicht mehr spielen, das teilte der 25-jährige Italiener am Dienstag mit.

Textgröße ändern: