Deutsche Tageszeitung - DFB-Arzt Meyer warnt: Zu viele Coronafälle "können System ins Wanken bringen"

DFB-Arzt Meyer warnt: Zu viele Coronafälle "können System ins Wanken bringen"


DFB-Arzt Meyer warnt: Zu viele Coronafälle "können System ins Wanken bringen"
DFB-Arzt Meyer warnt: Zu viele Coronafälle "können System ins Wanken bringen" / Foto: ©

Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer sieht bei zu vielen Coronafällen die Fortsetzung des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga trotz des umfassenden Hygienekonzepts in Gefahr: "Wenn es zu viele positive Fälle gibt, kann dieses System sicherlich ins Wanken geraten. Das ist gar keine Frage", sagte der Leiter der "Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Interview mit Sport1.

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Deswegen sei es umso wichtiger, dass alle "extreme Disziplin" wahren, so Meyer weiter: "Das gilt nicht nur auf dem Platz, sondern vor allen Dingen daneben und zu Hause. Dass alle Spieler, Trainer und Betreuer wirklich darauf achten, dass sie sich nicht anstecken können und die ganzen Maßnahmen, die empfohlen sind, einhalten. Denn sie sind im Kern des Konzepts. Wenn diese Disziplin nicht eingehalten wird, dann kann das beste Konzept ins Wanken geraten."

Die nach den drei positiven Coronatests beim 1. FC Köln entstandene Kritik hält der Professor für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes für verfrüht, man könne erst in vier bis fünf Wochen beurteilen, ob das System funktioniere. "Meines Erachtens ist das ein System, wie man es derzeit kaum sicherer auf die Beine stellen kann", sagte Meyer.

Eine dauerhafte Quarantäne der Spieler und Betreuer hält der 52-Jährige für kaum durchführbar. "Eine kurzfristige komplette Quarantäne ist in der Tat auch vorgesehen, nämlich kurz vor Saisonbeginn", betonte der 52-Jährige: "Wenn man das über sieben oder acht Wochen durchhalten würde, bringt das einige Probleme mit sich – nicht nur was Disziplin angeht, sondern auch was das Miteinander angeht, weil der Austausch nach draußen doch sehr begrenzt ist. Darüber hinaus ist es eine extrem anspruchsvolle und teure Maßnahme."

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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