"Chance genutzt": Kössler überzeugt den Bundestrainer
Zielspielerin, Ballverteilerin, Torjägerin: Für Bundestrainer Christian Wück konnte es nach dem rundum gelungenen fünften Länderspiel von Melissa Kössler nur ein Urteil geben. "Wenn man es kurz und knapp fassen will, hat sie ihre Chance genutzt", sagte der 53-Jährige über die Matchwinnerin. Mit einem Doppelpack hatte Kössler die DFB-Frauen zu einem 4:2 (2:1) gegen Australien und dem erhofft positiven Start in die WM-Saison geführt.
"Sie hat genau das gemacht, was für uns eine Mittelstürmerin einfach ausmacht. Sie hat Bälle verteilt, sie hat Tore gemacht. Sie war immer wieder anspielbar, und genau das wollten wir auch", lobte Wück ausführlich im ZDF: "Sie hat immer die Augen beim Ball. Sie hat eine gewisse Athletik und eine physische Präsens. Sie kann halt den Ball ablegen und auch mal halten. Das ist wichtig, damit die Mannschaft hinten rauskommen kann."
Erst stocherte Kössler, die im Januar von der TSG Hoffenheim zum Denver Summit FC in die US-amerikanische NWSL gewechselt war, einen Kopfball von Franziska Kett über die Linie (23.), wenig später schnürte sie den Doppelpack (30.). Über ihre ersten Länderspieltreffer sei sie "sehr, sehr happy", auch wenn sie betonte, sie habe ihrer Teamkollegin Kett das 1:0 nicht "klauen" wollen.
Beobachter sahen Parallelen zu Kösslers Idol Thomas Müller. "Immer noch mein Vorbild. Cooler Fußballer. Ob ich mir das jetzt genauer abgeguckt habe, will ich nicht sagen. Aber ja, ich bin froh, dass es zwei Tore sind", sagte die 26-Jährige der ARD.
Am Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Bremen soll im nächsten Test gegen Japan weiter am Feinschliff für die Weltmeisterschaft (24. Juni bis 25. Juli 2027) gearbeitet werden. Beim Turnier in Brasilien will auch Kössler dabei sein. Der Traum sei "natürlich riesig. Ich glaube, das wäre gelogen, wenn man das nicht zugibt. Aber ja, ich lebe ein bisschen von Tag zu Tag, von Camp zu Camp und probiere mein Bestes zu geben."
(P.Hansen--DTZ)