Deutsche Tageszeitung - Nordkorea scheitert offenbar mit Test von "Monster-Rakete"

Nordkorea scheitert offenbar mit Test von "Monster-Rakete"


Nordkorea scheitert offenbar mit Test von "Monster-Rakete"
Nordkorea scheitert offenbar mit Test von "Monster-Rakete"

Nordkorea hat vermutlich eine interkontinentale "Monster-Rakete" abgefeuert, die allerdings nach Angaben aus Seoul nach dem Start explodierte. Das südkoreanische und das japanische Militär gingen am Mittwoch von einem fehlgeschlagenen Test eines neuen Interkontinentalraketen-Systems aus. Experten erwarten nun, dass Pjöngjang in den kommenden Wochen weitere Tests durchführen wird.

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Der Start am Mittwoch war bereits der zehnte Raketentest Nordkoreas seit Jahresbeginn. Nach US-Angaben testete Pjöngjang in den vergangenen Wochen ein neues Interkontinentalraketen-System, das Hwasong-17 - von Experten als "Monster-Raketen" bezeichnet. Allerdings seien bislang keine Starts der Raketen mit voller Reichweite vollzogen worden, hatte es geheißen.

Dies könnte nun erstmals passiert sein: "Die Anzeichen deuten darauf hin, dass der Norden heute eine Hwasong-17 abgefeuert hat", sagte Cheong Seong Chang, ein leitender Forscher am südkoreanischen Sejong-Institut. Die spezialisierte Website NK News berichtete allerdings, der Start sei ein "katastrophaler Fehlschlag" gewesen: Ein rot gefärbter Rauchball sei im Zickzack über den Himmel gerauscht, Trümmerteile seien in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang niedergegangen.

Nordkorea hatte zuletzt im November 2017 einen umfassenden Teststart mit einer Interkontinentalrakete vorgenommen. Die dabei getestete Rakete vom Typ Hwasong-15 kann Experten zufolge das gesamte Festland der USA erreichen. In der Folge verzichtete Nordkorea, das wegen seines Atomwaffen-Programms international isoliert ist, auf weitere Tests von Interkontinentalraketen.

Eine diplomatische Offensive von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump führte aber nicht zu greifbaren Ergebnissen. Seit dem Scheitern der Verhandlungen im Jahr 2019 liegen die Gespräche zwischen Pjöngjang und Washington auf Eis.

Der Experte Chang geht davon aus, dass Nordkorea wegen des Kriegs in der Ukraine die Zeit für günstig hielt, das neue System zu testen. "Denn es ist nun sehr unwahrscheinlich, dass Russland (...) zusätzlichen Sanktionen zustimmt."

Das Scheitern des Starts am Mittwoch werde Pjöngjang nun untersuchen müssen und es könnte etwa drei weitere Tests brauchen, um sicherzustellen, dass die Rakete funktioniere, fügte Chang hinzu. "Ich erwarte, dass der Norden vor dem 15. April noch ein oder zwei weitere Teststarts durchführen wird."

"Das Kim-Regime möchte zum 110. Geburtstag seines Gründers Kim Il Sung neue technische Errungenschaften demonstrieren", sagte auch Leif-Eric Easley, Professor an der Ewha-Universität in Seoul. Den Jahrestag begeht Nordkorea im April. "Wenn der jüngste Raketenstart tatsächlich ein Fehlschlag war, wird Nordkorea mit ziemlicher Sicherheit weitere Tests durchführen."

(M.Dylatov--DTZ)

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