Deutsche Tageszeitung - G7-Wissenschaftsakademien fordern mehr Tempo bei Klimaschutz und Energiewende

G7-Wissenschaftsakademien fordern mehr Tempo bei Klimaschutz und Energiewende


G7-Wissenschaftsakademien fordern mehr Tempo bei Klimaschutz und Energiewende
G7-Wissenschaftsakademien fordern mehr Tempo bei Klimaschutz und Energiewende / Foto: © AFP/Archiv

Die Nationalen Akademien der Wissenschaften der G7-Staaten dringen vor dem Gipfeltreffen in Elmau auf mehr Tempo bei Klimaschutz und Energiewende sowie Verbesserungen bei der Gesundheitsvorsorge. Für die notwendige umfassende Dekarbonisierung seien dringend internationale Maßnahmen erforderlich, hieß es in am Dienstag von der federführenden deutschen Leopoldina veröffentlichten Stellungnahmen. Diese wurden im Rahmen des Science7 Dialogue Forum 2022 in Berlin der Bundesregierung überreicht.

Textgröße ändern:

"Mit unseren Empfehlungen adressieren wir zentrale Gipfelthemen, für die es umgehend internationale Maßnahmen braucht", sagte Leopoldina-Präsident Gerald Haug bei der Übergabe der insgesamt vier Stellungnahmen an Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD). Diese "greifen ineinander und betrachten jeweils das Gesamtsystem Erde", erläuterte Haug den systemischen Ansatz der Stellungnahmen.

"Der G7-Gipfel muss starke Impulse für den Klimaschutz, die Energiewende und die Verbesserung der globalen Pandemie- und Gesundheitsvorsorge setzen", forderten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie drängten auch auf mehr Anstrengungen für den Schutz der Ozeane und der Polargebiete. Koordinierte Schutzmaßnahmen seien hier umgehend erforderlich, denn die Weltmeere und die als Kryosphäre bezeichneten Eis- und Schneeregionen veränderten sich infolge der globalen Erwärmung schneller als je zuvor.

"In der Antarktis und in Grönland hat sich der Eisverlust stark beschleunigt, in der Arktis taut Permafrost. Der Ozean versauert und erwärmt sich, der Meeresspiegel steigt", stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest. Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen forderten sie eine massive Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Um spätestens 2050 Klimaneutralität zu erreichen, sei eine Dekarbonisierung von Stromerzeugung und Gebäudeheizung ebenso erforderlich wie im Verkehrs- und Transportsektor, in Industrie und Landwirtschaft. Für eine gerechte Energiewende seien die Einführung eines internationalen Handelssystems für erneuerbare Energien sowie eine globale CO2-Bepreisung erforderlich.

Im Gesundheitsbereich fordern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine bessere globale Pandemievorsorge sowie die Umsetzung des One-Health-Ansatzes, der die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Umwelt eng miteinander verknüpft. Dringender Handlungsbedarf bestehe auch bei der Entwicklung neuer antiviraler Medikamente. Diese solle langfristig stärker gefördert werden.

Zum One-Health-Ansatz gegen Zoonosen und antimikrobielle Resistenzen hieß es, die Zerstörung von Ökosystemen "begünstigt das Auftreten von Krankheitserregern tierischen Ursprungs beim Menschen und umgekehrt". Durch die Zunahme antimikrobieller Resistenzen (AMR) verlören zudem die zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzten antimikrobiellen Medikamente wie Antibiotika an Wirksamkeit. All diese Probleme müssten in einem gemeinsamen Ansatz zusammen betrachtet werden.

Der G7-Gipfel findet vom 26. bis 28. Juni im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft im bayerischen Schloss Elmau statt. Die unter Federführung der Leopoldina erstellten Stellungnahmen der Wissenschaftsakademien der beteiligten Staaten sollen in die Beratungen der Staats- und Regierungschefs einfließen.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Brand in historischer Burg in Thüringen: Tierbisse an Stromkabel mögliche Ursache

Der Brand der mehr als 800 Jahre alten Runneburg in Thüringen ist nach ersten Erkenntnissen womöglich durch Tierbisse an einer Stromleitung verursacht worden. Wie die Polizei in Erfurt am Freitag mitteilte, lokalisierten Brandermittler die wahrscheinliche Ursache in einem ungenutzten Lagerraum. Dort habe es einen technischen Defekt an einer Stromleitung gegeben, die zuvor wohl von einem "Schadnager" angenagt worden sei.

Lange verschollener Hut von Napoleon erstmals öffentlich zu sehen

Ein mehr als hundert Jahre lang verschollener Hut des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte ist ab Juni erstmals öffentlich in Frankreich zu sehen: Der Zweispitz ist das Herzstück einer Ausstellung über Napoleons Schwester Caroline Murat in Chantilly nördlich von Paris. Es handle sich um ein "absolut einmaliges" Stück, schwärmte sein Wiederentdecker Jean-Guillaume Parich vom Pariser Musée de l'Armée am Donnerstag bei der Präsentation des Hutes.

Brand in historischer Runneburg in Thüringen verursacht massiven Schaden

Ein Brand hat die mehr als 800 Jahre alte Runneburg in Thüringen schwer beschädigt. Wie die Polizei in Erfurt mitteilte, brach das Großfeuer am späteren Mittwochabend in der mittelalterlichen Burganlage in der Gemeinde Weißensee aus und verursachte nach ersten Erkenntnissen mutmaßlich erheblichen Sachschaden. Die Löscharbeiten dauerten demnach Stunden. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen offenbar niemand.

In den USA abgebaute und raffinierte Metalle sowie Seltenerdelemente sollen im Rahmen einer historischen Vereinbarung zwischen American Strategic Minerals und Datavault AI tokenisiert werden

Partnerschaft ebnet den Weg für die Einführung einer internationalen Rohstoffbörse auf Basis einer patentierten KI-PlattformDatavault AI und American Strategic Minerals starten mit der Prägung von bis zu 2 Milliarden $ an durch raffiniertes Antimon gedeckten Stablecoins; darauf folgt die strategische Entwicklung zukünftiger Projekte in den Bereichen Silber, Gold und anderen in den USA raffinierten Seltenen Erden, auf die die Unternehmen ihre Expansion ausgerichtet haben

Textgröße ändern: