Deutsche Tageszeitung - IEA: Kohleverbrauch wird 2022 weltweit neuen Höchstwert erreichen

IEA: Kohleverbrauch wird 2022 weltweit neuen Höchstwert erreichen


IEA: Kohleverbrauch wird 2022 weltweit neuen Höchstwert erreichen
IEA: Kohleverbrauch wird 2022 weltweit neuen Höchstwert erreichen / Foto: © AFP/Archiv

Der klimaschädliche Verbrauch von Kohle wird nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) dieses Jahr weltweit einen neuen Höchstwert erreichen. Der Gesamtverbrauch werde vor allem wegen der erhöhten Nachfrage in Europa um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als acht Milliarden Tonnen ansteigen, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Agentur.

Textgröße ändern:

Bis etwa 2025 werde der Verbrauch etwa auf diesem Niveau bleiben, wenn es keine weiteren Anstrengungen gebe, die Energiewende voranzutreiben, warnte die IEA. Der Verbrauch von Kohle ist die Hauptquelle für den Ausstoß des klimaschädlichen CO2. Auch wenn die Nachfrage in den Industrieländern sinke, gebe es weiter einen massiven Bedarf in Asien, so die Agentur.

"Die Welt steht vor dem Höhepunkt des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, aber noch sind wir nicht angekommen", betonte Keisuke Sadamori von der IEA. In diesem Jahr braucht vor allem Europa viel Kohle, um Strom zu produzieren. Es ist das zweite Jahr in Folge, dass in Europa der Kohleverbrauch steigt. Die Krise befördert aber auch erneuerbare Energien und Energie-Effizienz, etwa den Einsatz von Wärmepumpen.

In China, das für 53 Prozent des weltweiten Kohleverbrauchs steht, war der Verbrauch wegen der Corona-Krise in diesem Jahr gebremst. Hitzewellen und Trockenheit steigerten auf der anderen Seite den Verbrauch, weil Strom für Klimaanlagen gebraucht wurde und es weniger Wasserkraft gab. Die drei größten Kohleproduzenten China, Indien und Indonesien haben alle drei ihre bisherigen Produktionsrekorde überschritten.

Der IEA-Bericht weist allerdings auch darauf hin, dass derzeit keine größeren Investitionen mehr in Projekte zum Kohleexport fließen. "Das zeigt die Vorsicht der Investoren mit Blick auf die mittel- und langfristigen Perspektiven von Kohle."

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Wissenschaftler: Intensität der derzeitigen Hitzewelle hängt "eindeutig" mit Klimawandel zusammen

Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. "Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen "keine Rolle bei der Steigerung der Hitze". Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren "praktisch unmöglich" gewesen.

Wenn Daten das Bauchgefühl schlagen

Was Unternehmen vom größten Sportdatenprojekt der Fußballgeschichte lernen können

Tusk ruft Polen und Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" angesichts der Geschichte auf

Angesichts des jüngsten Streits um die Weltkriegsvergangenheit hat der polnische Ministerpräsident Donald Tusk seine Landsleute und die Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" aufgerufen. "Wir können die Zukunft nur auf der Wahrheit, dem gegenseitigen Repekt und dem Verständnis der Geschichte aufbauen", sagte Tusk am Donnerstag bei der Eröffnung der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig.

Zahl der vergebenen Deutschlandstipendien leicht gestiegen

Die Zahl der mit einem Deutschlandstipendium geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten ist leicht um 1,5 Prozent gestiegen. 2025 erhielten 33.500 Studierende ein solches Stipendium, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Ihr Anteil an allen Studierenden lag im Wintersemester 2025/2026 voraussichtlich bei 1,2 Prozent. Mit dem Deutschlandstipendium werden seit 2011 Studierende gefördert, deren Werdegang herausragende Leistungen im Studium und Beruf erwarten lassen.

Textgröße ändern: