Deutsche Tageszeitung - KI-Programm soll Jobmüdigkeit in Japans Firmen offenlegen und Abhilfe schaffen

KI-Programm soll Jobmüdigkeit in Japans Firmen offenlegen und Abhilfe schaffen


KI-Programm soll Jobmüdigkeit in Japans Firmen offenlegen und Abhilfe schaffen
KI-Programm soll Jobmüdigkeit in Japans Firmen offenlegen und Abhilfe schaffen / Foto: © AFP

Wie lange bleiben die Beschäftigten meinem Unternehmen treu und wie kann ich eine Kündigung verhindern? Diese für viele Firmenchefs wichtigen Fragen könnte bald die Künstliche Intelligenz (KI) zuverlässig beantworten. In Japan entwickelte der Forscher Naruhiko Shiratori von der Tokyo City University gemeinsam mit einem japanischen Startup ein entsprechendes Programm, das aktuell in mehreren Unternehmen getestet wird.

Textgröße ändern:

Das Programm soll dann auf die einzelnen Firmen zugeschnitten werden, wie Shiratori AFP am Freitag sagte. Die Technologie analysiert neben Daten des Unternehmens sämtliche Infos über die Beschäftigten, etwa deren Anwesenheit und persönliche Informationen wie Alter und Geschlecht. Außerdem fließt das Wissen über Beschäftigte ein, die das Unternehmen verlassen oder eine Auszeit genommen haben.

Davon ausgehend könne das Programm zusammen mit Infos etwa aus den Bewerbungsgesprächen prozentuale Angaben über die Wechselbereitschaft neuer Kolleginnen und Kollegen machen, führte der Forscher aus. Der Weggang soll letztlich verhindert werden, wie es weiter hieß. Ziel sei es vielmehr, den Betroffenen Unterstützung anzubieten, ohne sie mit dem Ergebnis der KI zu konfrontieren.

Bei der Entwicklung der Technologie stützten sich die Forscher auf eine frühere Studie zu Studierenden. Dabei wurde mittels KI ermittelt, welche Studierenden möglicherweise ihr Studium abbrechen.

Japanische Firmen stellen traditionell jedes Jahr im April junge Menschen ein, die gerade ihr Studium beendet haben. Nach Angaben der Regierung verlassen aber allein im Laufe des ersten Jahres zehn Prozent der frisch Rekrutierten ihren Job wieder, in den ersten drei Jahren schmeißen insgesamt 30 Prozent wieder hin. Wegen der alternden Gesellschaft in Japan sind die Firmen jedoch auf langfristig Beschäftigte angewiesen und zunehmend gezwungen, sich intensiv um ihre jungen Leute zu kümmern.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

65 Jahre Mauerbau: Warnungen vor DDR-Verklärung und Gefährung der Demokratie

Aufforderungen zur Verteidigung der Demokratie und Warnungen vor einer Verklärung der DDR-Geschichte haben am Donnerstag das Gedenken zum 65. Jahrestag des Mauerbaus geprägt. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warnte vor "Gleichgültigkeit und Desinteresse" gegenüber den aktuellen Gefahrdungen der Demokratie.

Klöckner weist zu Jahrestag des Mauerbaus auf Spaltungen zwischen Ost und West hin

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West hingewiesen. "Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen", sagte Klöckner am Donnerstag in ihrer Ansprache bei der Gedenkveranstaltung in Berlin. Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, wirke sie nach.

Sonnenfinsternis legt Verkehr in Bremen lahm: Polizei erfasst rund hundert Verstöße

Die Sonnenfinsternis vom Mittwochabend hat in Bremen teils den Verkehr lahm gelegt und einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Rund um einen beliebten Aussichtspunkt im Norden der Stadt staute sich der Verkehr zeitweise bis auf die Autobahn 27 zurück, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Teils seien Fahrzeuge auf der Autobahn geparkt worden. Insgesamt erfasste die Polizei 110 Verkehrsverstöße.

65 Jahre Mauerbau: Opferbeauftragte warnt vor Verklärung der DDR

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus hat die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke vor einer zunehmenden Verklärung der DDR gewarnt. "Einigen erscheint die DDR zunehmend schöner, je länger sie zurückliegt", sagte Zupke der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Dabei wird ausgeblendet, wie das Leben in der DDR tatsächlich war."

Textgröße ändern: