Deutsche Tageszeitung - Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen

Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen


Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen
Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen / Foto: © AFP

Das Bundesforschungsministerium fördert die Forschung zu Islamismus in den kommenden Jahren mit weiteren 15 Millionen Euro. "Wissenschaft und Forschung leisten einen wichtigen Beitrag zu verstehen, wie Islamismus entsteht und wie er bekämpft werden kann", erklärte Forschungsminister Cem Özdemir (Grüne) am Dienstag. Sein Haus setze deshalb sein Engagement auf diesem Gebiet fort.

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"Wir erhoffen uns von neuen Projekten Einblicke in Radikalisierungsprozesse", sagte der Minister in Berlin. Es brauche auch mehr Wissen darüber, welche Auswirkungen Fluchterfahrungen auf die Radikalisierung haben. Özdemir stellte eine neue Förderrichtlinie seines Hauses vor, die definiert, welche Projekte zur Islamismusforschung unterstützt werden.

Das Ministerium stellt für die 2026 beginnende neue Förderphase 15 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge dafür können nun eingereicht werden. Das Wissen aus der Forschung soll den Angaben zufolge "langfristig zur Verbesserung der Präventions-, Distanzierungs- und Deradikalisierungsarbeit beitragen".

Die gleiche Summe wurde bereits im Rahmen einer ersten, seit 2020 geltenden, Förderrichtlinie bereitgestellt. Damit wurden laut Ministerium zwölf Projekte unterstützt, "die untersuchen, welche gesellschaftlichen Ursachen und Wirkungen der Islamismus in Deutschland und Europa hat".

Der Islamismus gefährde nicht nur die Gesellschaft als Ganzes, sondern sei auch eine Gefahr für Muslime, so Özdemir. Denn diese gerieten dadurch unter Generalverdacht. Es müsse beim Thema Islamismus "jede Naivität" abgelegt werden, betonte der Minister.

Besonders seit dem Überfall der Hamas auf Israel gebe es wieder verstärkten islamistischen Terrorismus, sagte der Londoner Terrorismusexperte Peter R. Neumann bei der Vorstellung der neuen Förderrichtlinie. Er sprach von einer "islamistischen Terrorwelle, die auf uns zurollt". Für die Forschung gebe es deshalb viel zu tun.

(G.Khurtin--DTZ)

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