Deutsche Tageszeitung - Amazon steigert Gewinn und Umsatz - Prognose aber unter den Erwartungen

Amazon steigert Gewinn und Umsatz - Prognose aber unter den Erwartungen


Amazon steigert Gewinn und Umsatz - Prognose aber unter den Erwartungen
Amazon steigert Gewinn und Umsatz - Prognose aber unter den Erwartungen / Foto: © AFP/Archiv

Der US-Versandhändler Amazon hat zu Jahresbeginn Umsatz und Gewinn gesteigert - der Kurs an der Börse fiel aber dennoch wegen einer Gewinnprognose unter den Erwartungen. Dank Amazons Cloud-Sparte und des Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI) stieg der Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 64 Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro), wie Amazon am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz kletterte um fast neun Prozent auf 155,7 Milliarden Dollar.

Textgröße ändern:

Die Cloud-Sparte AWS, mit der Amazon fast 19 Prozent seines Umsatzes erzielt, steigerte die Einnahmen um 17 Prozent im ersten Quartal. Analysten hatten hier eine etwas höhere Steigerung erwartet. Mit dem Online-Handel machte Amazon fünf Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresquartal - auch das bewerteten Anleger als enttäuschend, denn im Gesamtjahr 2024 war der Umsatz noch um neun Prozent gewachsen.

Amazon rechnet im zweiten Quartal mit mehr Umsatz als im ersten, der Konzern gab die Spanne zwischen 159 und 164 Milliarden Dollar an. Doch beim Betriebsgewinn stellte Amazon am Donnerstag nur eine Summe zwischen 13 und 17,5 Milliarden Dollar in Aussicht - das wäre weniger als die 14,7 Milliarden Dollar im zweiten Quartal des Vorjahres.

Diese vorsichtige Prognose sei zwar angesichts der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit "wenig überraschend", erklärte Analyst Neil Saunders von Global Data. "Es wirft aber die Frage auf, wie Amazon die aktuell von der Regierung getroffenen Entscheidungen verkraften wird" - insbesondere die US-Zölle auf Importe.

Trump hatte Anfang April hohe Zölle auf US-Importe aus zahlreichen Ländern verhängt. Nach Turbulenzen an den Finanzmärkten senkte er die meisten Aufschläge vorläufig auf zehn Prozent ab. China sieht der Republikaner als Hauptrivalen und liefert sich mit Peking einen regelrechten Handelskrieg. Die von Trump seit April verhängten Aufschläge auf die meisten Produkte aus der Volksrepublik summieren sich auf 145 Prozent. China verhängte Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 125 Prozent.

Amazon-Chef Andy Jassy sagte in einer Telefonkonferenz, dass der Konzern aktuell noch keinen Rückgang der Einkäufe auf seiner Onlineplattform registriere. Auch seien die durchschnittlichen Verkaufspreise bislang nicht deutlich gestiegen.

Saunders erklärte, dass Amazon angesichts der Zölle in einer besseren Lage sei als viele Einzelhändler: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher würden bei einer Verschlechterung der Lage zuerst bei Amazon schauen.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Wissenschaftler: Intensität der derzeitigen Hitzewelle hängt "eindeutig" mit Klimawandel zusammen

Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. "Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen "keine Rolle bei der Steigerung der Hitze". Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren "praktisch unmöglich" gewesen.

Wenn Daten das Bauchgefühl schlagen

Was Unternehmen vom größten Sportdatenprojekt der Fußballgeschichte lernen können

Tusk ruft Polen und Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" angesichts der Geschichte auf

Angesichts des jüngsten Streits um die Weltkriegsvergangenheit hat der polnische Ministerpräsident Donald Tusk seine Landsleute und die Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" aufgerufen. "Wir können die Zukunft nur auf der Wahrheit, dem gegenseitigen Repekt und dem Verständnis der Geschichte aufbauen", sagte Tusk am Donnerstag bei der Eröffnung der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig.

Zahl der vergebenen Deutschlandstipendien leicht gestiegen

Die Zahl der mit einem Deutschlandstipendium geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten ist leicht um 1,5 Prozent gestiegen. 2025 erhielten 33.500 Studierende ein solches Stipendium, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Ihr Anteil an allen Studierenden lag im Wintersemester 2025/2026 voraussichtlich bei 1,2 Prozent. Mit dem Deutschlandstipendium werden seit 2011 Studierende gefördert, deren Werdegang herausragende Leistungen im Studium und Beruf erwarten lassen.

Textgröße ändern: