Deutsche Tageszeitung - Harvard-Verbot für Ausländer: Ministerin Bär spricht von "ganz schlechter Entscheidung"

Harvard-Verbot für Ausländer: Ministerin Bär spricht von "ganz schlechter Entscheidung"


Harvard-Verbot für Ausländer: Ministerin Bär spricht von "ganz schlechter Entscheidung"
Harvard-Verbot für Ausländer: Ministerin Bär spricht von "ganz schlechter Entscheidung" / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Mit Entsetzen hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) auf die Entscheidung der US-Regierung reagiert, der Harvard-Universität die Aufnahme ausländischer Studenten zu verbieten. Es sei eine "ganz, ganz schlechte Entscheidung gewesen", keine Visa für Studentinnen und Studenten aus dem Ausland auszugeben, sagte Bär am Freitag am Rande eines Treffens der EU-Wissenschaftsminister in Brüssel. "Ich hoffe sehr, dass die US-Regierung diese Entscheidung auch wieder rückgängig machen wird, weil sie wirklich fatal ist", fügte die Ministerin hinzu.

Textgröße ändern:

Sie besorge "sehr, was in den Vereinigten Staaten momentan vor sich geht", sagte Bär. Die jüngste Entscheidung "betrübt mich sehr", verdeutlichte sie. "Das ist kein positives Signal, weder für die junge Generation noch für die freie Welt."

Im Radiosender Bayern 2 nannte die Ministerin die Situation in Havard zuvor "hochdramatisch". Daraus ergebe sich für Deutschland und die EU eine besondere Verantwortung: Sie müssten die Wissenschaftsfreiheit schützen, "weil es eben nicht garantiert ist, dass das überall der Fall ist". Bei einem Treffen mit den EU-Kolleginnen und -Kollegen in Brüssel möchte Bär am Freitag darüber sprechen, "wie wir unsere Exzellenz-Strategie ausweiten können", auch mit einer "europäischen Strategie".

"Wir wollen natürlich, dass Europa der Forschungsstandort Nummer eins auch weltweit werden kann", sagte Bär in Brüssel. Europa müsse jetzt "ein sicherer Hafen sein, ein sicherer Kontinent sein". Sie gebe trotz allem "die Hoffnung nicht auf, dass auch The Land of the Free irgendwann dann auch wieder mal seinem Namen gerecht wird".

Deutsche Universitäten erreichen nach Bärs Worten inzwischen mehr Anfragen von ausländischen Lehrkräften und Studierenden. "Wir merken schon jetzt, dass wir nicht nur aus den USA einen Zuspruch bekommen, sondern auch aus Ländern wie China, wie Indien, die normalerweise in die USA gegangen wären", sagte Bär Bayern 2.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte zuvor der Harvard-Universität die Aufnahme ausländischer Studenten verboten. Die Eliteuniversität nahe Boston habe dieses "Privileg verloren", schrieb Heimatschutzministerin Kristi Noem am Donnerstag an die Hochschule.

Sie begründete dies unter anderem mit der "Weigerung" Harvards, ein sicheres Umfeld für jüdische Studierende zu schaffen, und mit den "rassistischen" Richtlinien der Hochschule für Gleichstellung und Diversität.

Harvard nannte das Vorgehen der Regierung "rechtswidrig" und sprach von einer "Vergeltungsaktion". Die Universität müsse weiter die Möglichkeit haben, internationale Studenten und Wissenschaftler aufzunehmen. Sie kämen aus mehr als 140 Ländern in der ganzen Welt und bereicherten die Universität und das Land "unermesslich".

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Tenstorrent stellt neue Leistungsrekorde auf, bringt TT-Ascalon S auf den Markt und expandiert in ganz Japan

Auf der TT-Deploy JP stellte Tenstorrent neue Rekorde bei Sprach- und Videomodellen auf, stellte die TT-Ascalon S RISC-V-CPU-IP für agentische KI vor und integrierte seine Tenstorrent Galaxy™-Supercluster – ein Allzwecksystem, das neben GPUs eingesetzt oder eigenständig betrieben werden kann – in die souveräne heterogene Inferenzplattform von ai&.

Schließung für Renovierung: Cern-Teilchenbeschleuniger soll noch leistungsfähiger werden

Modernisierungsarbeiten für die Lösung eines der größten Rätsel des Universums: In der Schweiz ist am Montag der größte Teilchenbeschleuniger der Welt für vierjährige Renovierungsarbeiten geschlossen werden. Dadurch sollen seine Kapazitäten, Teilchen-Kollisionen zu erzeugen, weiter erhöht werden. Dies wiederum soll die Erforschung der mysteriösen Dunklen Materie ermöglichen, einem wichtigen Bestandteil des Universums.

Professionelle Galeriebeleuchtung jetzt auch mit Matter Technologie

LED Explorer verbindet professionelle Galeriebeleuchtung mit Matter – für intelligente Lichtsteuerung so einfach wie nie zuvor.

Wissenschaftler: Intensität der derzeitigen Hitzewelle hängt "eindeutig" mit Klimawandel zusammen

Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. "Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen "keine Rolle bei der Steigerung der Hitze". Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren "praktisch unmöglich" gewesen.

Textgröße ändern: