Deutsche Tageszeitung - De Gaulles Appell vom 18. Juni: Manuskript kommt in Frankreichs Nationalarchiv

De Gaulles Appell vom 18. Juni: Manuskript kommt in Frankreichs Nationalarchiv


De Gaulles Appell vom 18. Juni: Manuskript kommt in Frankreichs Nationalarchiv
De Gaulles Appell vom 18. Juni: Manuskript kommt in Frankreichs Nationalarchiv / Foto: © AFP/Archiv

Eine Tonaufnahme ist nicht erhalten, aber das Manuskript des legendären Widerstands-Aufrufs des französischen Generals Charles de Gaulle im Zweiten Weltkrieg ist nun Teil des französischen Nationalarchivs. Die Nachfahren des früheren Präsidenten Frankreichs übergaben das vierseitige, mehrfach überarbeitete Manuskript des Appells vom 18. Juni 1940 am Donnerstag an das Archiv in Paris. Kulturministerin Rachida Dati nannte das Manuskript "eines der wichtigsten Dokumente unserer Geschichte".

Textgröße ändern:

De Gaulle hatte in seiner Ansprache von London aus im britischen Sender BBC alle französischen Soldaten und Ingenieure, die sich in Großbritannien aufhielten, aufgerufen, sich ihm anzuschließen, um gegen Nazideutschland zu kämpfen. "Was auch immer geschehen mag, die Flamme des französischen Widerstandes darf nicht erlöschen und wird nicht erlöschen", erklärte de Gaulle in der berühmt gewordenen Ansprache. Nach Erkenntnissen von Historikern hörten nur relativ wenige Franzosen diesen Aufruf. Später wurde der Aufruf jedoch als Auftakt der französischen Widerstandsbewegung gewertet.

"Es ist ganz klar, dass der französische Staat dieses Dokument erhalten sollte, das einen Staatsakt der Befreiung symbolisiert", sagte Yves de Gaulle, der Enkel des Generals. Seinem Großvater sei bewusst gewesen, dass er in die Geschichte eingehen würde. "Es war ihm klar, dass alles, was mit seinem Handeln als Staatsmann zu tun hatte, zur Geschichte Frankreichs gehören würde", sagte er.

Das Manuskript soll vom 18. Juni an drei Monate lang in Paris ausgestellt werden und dann in den Tresor des Nationalarchivs kommen. Es hatte zuletzt in einem Banktresor gelegen und war ans Licht gekommen, als Philippe de Gaulle, der Sohn des Generals, im vergangenen März gestorben war.

Die Familie de Gaulle übergab nach dem Tod des Präsidentensohns zudem knapp 1300 teils handschriftliche Dokumente des Generals an das Nationalarchiv. Dazu zählen auch 70 Briefe des früheren Präsidenten Georges Pompidou an General de Gaulle zwischen 1946 bis 1969. "Eine Goldgrube für Historiker", sagt sein Enkel Yves de Gaulle.

Ende 2024 waren einige persönliche Dokumente und Gegenstände des Generals bereits versteigert worden. Darunter befand sich ein Text, in dem er im Alter von 14 Jahren beschrieb, wie er an der Spitze der französischen Armee eine deutsche Invasion abwehren würde.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

65 Jahre Mauerbau: Warnungen vor DDR-Verklärung und Gefährung der Demokratie

Aufforderungen zur Verteidigung der Demokratie und Warnungen vor einer Verklärung der DDR-Geschichte haben am Donnerstag das Gedenken zum 65. Jahrestag des Mauerbaus geprägt. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warnte vor "Gleichgültigkeit und Desinteresse" gegenüber den aktuellen Gefahrdungen der Demokratie.

Klöckner weist zu Jahrestag des Mauerbaus auf Spaltungen zwischen Ost und West hin

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West hingewiesen. "Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen", sagte Klöckner am Donnerstag in ihrer Ansprache bei der Gedenkveranstaltung in Berlin. Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, wirke sie nach.

Sonnenfinsternis legt Verkehr in Bremen lahm: Polizei erfasst rund hundert Verstöße

Die Sonnenfinsternis vom Mittwochabend hat in Bremen teils den Verkehr lahm gelegt und einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Rund um einen beliebten Aussichtspunkt im Norden der Stadt staute sich der Verkehr zeitweise bis auf die Autobahn 27 zurück, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Teils seien Fahrzeuge auf der Autobahn geparkt worden. Insgesamt erfasste die Polizei 110 Verkehrsverstöße.

65 Jahre Mauerbau: Opferbeauftragte warnt vor Verklärung der DDR

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus hat die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke vor einer zunehmenden Verklärung der DDR gewarnt. "Einigen erscheint die DDR zunehmend schöner, je länger sie zurückliegt", sagte Zupke der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Dabei wird ausgeblendet, wie das Leben in der DDR tatsächlich war."

Textgröße ändern: