Deutsche Tageszeitung - Wirtschaftsnobelpreisträger warnt vor Gefahren von Künstlicher Intelligenz

Wirtschaftsnobelpreisträger warnt vor Gefahren von Künstlicher Intelligenz


Wirtschaftsnobelpreisträger warnt vor Gefahren von Künstlicher Intelligenz
Wirtschaftsnobelpreisträger warnt vor Gefahren von Künstlicher Intelligenz / Foto: © Brown University/AFP

Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreisträger Peter Howitt hat vor Gefahren von unregulierter Künstlicher Intelligenz (KI) für Arbeitsplätze gewarnt. "Sie ist offensichtlich eine fantastische Technologie, die unglaubliche Möglichkeiten hat. Und sie hat auch offensichtlich ein unglaubliches Potenzial, andere Arbeitsplätze zu zerstören oder hochqualifizierte Arbeit zu ersetzen", sagte der Kanadier Howitt bei einer Pressekonferenz am Montag. "Sie wird reguliert werden müssen", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Es sei ein "großer Moment in der menschlichen Geschichte", sagte Howitt. Der Zeitraum sei vergleichbar mit früheren Phasen technologischer Innovation, etwa mit dem Telekommunikationsboom der 1990er-Jahre oder den Anfängen der Elektrizität. Diese Erfindungen zeigten laut Howitt, wie Technologie Arbeit verbessern und nicht nur ersetzen kann. "Wie werden wir es dieses mal tun? Ich wünschte, ich hätte konkrete Antworten, aber die habe ich nicht", sagte der 79-Jährige.

Ein weiterer diesjähriger Wirtschaftsnobelpreisträger, der US-Israeli Joel Mokyr, äußerte sich optimistischer über den Einfluss der KI auf den Arbeitsmarkt. "Maschinen ersetzen uns nicht", sagte er bei einer Pressekonferenz. "Sie bewegen uns hin zu interessanterer, herausfordernderer Arbeit."

Howitt und der Franzose Philippe Aghion erhielten den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis für ihre Forschung zum Konzept der "schöpferischen Zerstörung", das beschreibt, wie Unternehmen unter Umständen darunter leiden, wenn ein neues und besseres Produkt auf den Markt kommt. Die beiden Ökonomen haben dazu ein mathematisches Modell entwickelt. Neben ihnen wurde auch Mokyr ausgezeichnet. Er habe sich mit seinen Arbeiten zur "Identifizierung der Vorbedingungen für nachhaltiges Wachstum durch technologischen Fortschritt" verdient gemacht, erklärte die Jury in Stockholm.

Der Wirtschaftspreis geht nicht direkt auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel zurück. Er wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel ins Leben gerufen und wird seit 1969 verliehen.

Die Auszeichnung werden den Preisträgern am 10. Dezember bei feierlichen Zeremonien in Stockholm und Oslo überreicht. An diesem Datum jährt sich der Todestag des Wissenschaftlers Nobel im Jahr 1896.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Telekom eröffnet mit Nvidia ausgebautes KI-Rechenzentrum in München

Die Deutsche Telekom nimmt am Mittwoch in München eine der nach ihren Angaben "größten KI-Fabriken in Europa" in Betrieb. An der Eröffnungszeremonie nimmt auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) teil und hält um 15.00 Uhr eine Rede. Die Telekom baute die Rechenfabrik zusammen mit dem US-Chiphersteller Nvidia aus, maßgeblich beteiligt ist zudem der SAP-Konzern, der Softwarelösungen beisteuert.

Fusion von KI-Firma xAI mit SpaceX: Musk will Datenzentren im Weltall schaffen

Der Milliardär Elon Musk will Datenzentren im Weltall schaffen und hat dafür zwei seiner Unternehmen zusammengelegt: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX übernahm die Firma xAI, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigt. SpaceX plane, Satelliten im Weltraum als Datenzentren einzusetzen und mit ihrer Hilfe Solarenergie zu produzieren, um den wachsenden Energiebedarf der KI-Infrastruktur auf der Erde abzudecken, erklärte Musk am Montag. Das Projekt sei "der ehrgeizigste Innovationsmotor auf (und über) der Erde".

Frankreich: Neue Treibbojen für Klimaforschung in bis zu 6000 Metern Tiefe

Bis zu 6000 Meter können die Messgeräte in die Ozeane hinabtauchen, um Daten für die Klimaforschung zu sammeln: Frankreich hat nun die ersten beiden Treibbojen der neuen Generation in Betrieb genommen, wie das französische Institut für Meeresforschung am Montag mitteilte. Die beiden Prototypen seien seit dem 11. Januar nördlich der Antillen mit Erfolg getestet worden, erklärte das Institut.

Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen gestartet

Erkrankungen im Nachgang von Infektionen sollen besser erforscht werden. Dies ist das Ziel der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen, die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) am Freitag gemeinsam mit Institutionen der Gesundheitsforschung startete. Dabei geht es auch, aber bei weitem nicht nur um längerfristige Folgen von Corona-Erkrankungen.

Textgröße ändern: