Deutsche Tageszeitung - Oberster Gerichtshof Chinas zu autonomem Fahren: Mensch hat die Verantwortung

Oberster Gerichtshof Chinas zu autonomem Fahren: Mensch hat die Verantwortung


Oberster Gerichtshof Chinas zu autonomem Fahren: Mensch hat die Verantwortung
Oberster Gerichtshof Chinas zu autonomem Fahren: Mensch hat die Verantwortung / Foto: © AFP/Archiv

In einem Urteil zum Thema autonomes Fahren hat der Oberste Gerichtshof Chinas die Verantwortung von Menschen bei der Bedienung der Fahrzeuge festgeschrieben. Sie seien auch nach der Aktivierung von Fahrassistenzfunktionen weiterhin dafür verantwortlich, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, erklärte das Gericht am Freitag. Anlass war ein Fall in der südlichen Provinz Zhejiang, bei dem ein betrunkener Mann vollständig auf das Fahrassistenzsystem vertraute.

Textgröße ändern:

Der Mann hatte ein Gerät installiert, das den Druck von Händen am Lenkrad simuliert. Er startete die Fahrt und schlief dann auf dem Beifahrersitz ein. Später kam das Auto mitten auf der Straße zum Stehen. Der Mann wurde 2025 von einer unteren Instanz zu einer Haft- und Geldstrafe verurteilt.

"Das bordeigene Fahrassistenzsystem kann den Fahrer nicht als primären Fahrakteur ersetzen", erklärte das Oberste Gericht nun. Der Fahrer "ist weiterhin derjenige, der die Fahraufgaben tatsächlich ausführt und die Verantwortung für die Gewährleistung der Fahrsicherheit trägt". Damit gilt dieser Grundsatz nun als landesweiter Rechtsstandard. Unterinstanzen sollen sich bei der Entscheidung ähnlicher Fälle an dem Urteil orientieren.

Peking hatte führende Automobilhersteller bereits davor gewarnt, dass Sicherheitsvorschriften strenger durchgesetzt würden, nachdem ein Unfall im März 2025, bei dem drei Menschen getötet wurden, Zweifel an den Fähigkeiten des autonomen Fahrens ausgelöst hatte.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Google will bis zu 40 Milliarden Dollar in KI-Firma Anthropic investieren

Der US-Internetriese Google baut seine Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Anthropic aus. Die Tochter des Alphabet-Konzerns werde zusätzliche bis zu 40 Milliarden Dollar (34 Milliarden) in das Unternehmen für Künstliche Intelligenz investieren, teilte Anthropic am Freitag mit. Zehn Milliarden Dollar will Google den Angaben sofort in Anthropic stecken, die Investition weiterer 30 Milliarden Dollar werde vom Erreichen bestimmter Entwicklungsziele bei Anthropic abhängig gemacht.

Kanadisches Startup übernimmt deutsche KI-Firma Aleph Alpha

Das kanadische Startup Cohere übernimmt das deutsche KI-Unternehmen Aleph Alpha aus Heidelberg. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) begrüßte das geplant Geschäft am Freitag als "starkes Signal für den KI-Standort Deutschland". Politisch stünden Deutschland und Kanada hinter dem Vorhaben. Es entstehe "ein deutsch-kanadisches KI-Modell: sicher, souverän, wettbewerbsfähig".

KI aus China: Deepseek veröffentlicht neue Version - Washington und Peking streiten

Das chinesische Unternehmen Deepseek hat eine neue Version seines KI-Modells veröffentlicht. Das Unternehmen bewarb sein neues Chatbot-Modell am Freitag mit "drastisch reduzierten Kosten", die dafür fällig würden. Deepseek hatte im Januar des vergangenen Jahres seinen KI-Chatbot veröffentlicht und damit die führenden US-Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) unter Druck gesetzt - vor allem weil die chinesischen Entwickler nach eigenen Angaben mit deutlich geringen Investitionssummen und schwächeren Chips auskommen.

Chinesisches Unternehmen Deepseek veröffentlicht neue Version seines KI-Modells

Das chinesische Unternehmen Deepseek hat eine neue Version seines KI-Modells veröffentlicht. Deepseek-V4 verfüge über "einen ultralangen Kontext von einer Million Wörtern", erklärte das Unternehmen am Freitag in Onlinediensten. Mit seiner Kontextlänge, die bestimmt, wie viele Eingaben ein KI-Modell verarbeiten kann, erreiche der Chatbot eine führende Position mit Blick auf "Weltwissen und Schlussfolgerungsleistung". Eine "Vorschau-Version" von Deepseek-V4 sei nun verfügbar.

Textgröße ändern: