Deutsche Tageszeitung - Anwalt: Anführer des gescheiterten Putsches von 1981 in Spanien gestorben

Anwalt: Anführer des gescheiterten Putsches von 1981 in Spanien gestorben


Anwalt: Anführer des gescheiterten Putsches von 1981 in Spanien gestorben
Anwalt: Anführer des gescheiterten Putsches von 1981 in Spanien gestorben / Foto: © AFP/Archiv

Der Anführer des gescheiterten Putsches im Jahr 1981 in Spanien, Antonio Tejero, ist nach Angaben des Anwalts seiner Familie im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Oberstleutnant der Guardia Civil sei "ein Mann der Ehre, unerschütterlichen Glaubens und großer Liebe zu Spanien" gewesen, erklärte der Anwalt Luis Felipe Utrera Molina am Mittwoch im Onlinedienst X. Tejeros Umsturzversuch hatte wenige Jahre nach dem Ende der faschistischen Diktatur von Francisco Franco Spaniens junge Demokratie erschüttert und letztlich gestärkt.

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Sechs Jahre nach dem Tod Francos versuchte am 23. Februar 1981 eine Gruppe von Armee- und Polizeiangehörigen den Übergang zur Demokratie zu verhindern. An der Spitze von rund 200 Männern überfiel Tejero das Parlament und versuchte, die Macht an sich zu reißen. Mit vorgehaltener Waffe hielten Tejero und seine Männer die Abgeordneten fast 24 Stunden lang fest.

Der damals 43-jährige König Juan Carlos I. spielte von seinem Palast aus eine wichtige Rolle bei der Beendigung des Putsches, indem er bei einer Fernsehansprache in Militäruniform zur Unterstützung der Demokratie aufrief.

Tejero wurde am 30. April 1932 in Alhaurín el Grande geboren, einem Ort in der Nähe der südspanischen Stadt Málaga. Als Kind erlebte er den spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 mit, der zu 36 Jahren autoritärer Herrschaft unter Franco führte.

Zum Zeitpunkt seines Putschversuches war Tejero 48 Jahre alt und hatte sein gesamtes Berufsleben als Erwachsener in der Guardia Civil verbracht. Während seines Prozesses rechtfertigte er sein Handeln mit den Worten: "Anfang 1981 war die Situation in Spanien schlimmer als 1936", als aufständische Truppen sich gegen die spanische Regierung erhoben hatten. Wenn er die Möglichkeit hätte, würde er "wieder dasselbe tun", sagte Tejero damaligen Medienberichten zufolge.

Tejero wurde wegen Armeeputsches zu 30 Jahren Haft verurteilt, aus der Guardia Civil entlassen und seines Ranges enthoben. Während seiner Zeit in Haft wandte der Putschist sich der Malerei zu. Nach seiner Entlassung auf Bewährung im Jahr 1996 hielt Tejero sich bedeckt und veröffentlichte nie seine Memoiren.

Von seinem Umsturzversuch distanzierte er sich nicht. "Ich habe das getan, was ich für nötig hielt, um Spanien zu retten", sagte er rund zwei Monate nach dem gescheiterten Putsch in einem Interview aus dem Gefängnis. "Ich habe meine Karriere verloren, aber meinen Patriotismus werde ich nie verlieren."

Die Bekanntgabe seines Todes erfolgte am selben Tag, an dem die linksgerichtete Regierung Spaniens geheime Dokumente zu dem Putschversuch veröffentlichte. Sie waren 45 Jahre lang als geheim eingestuft gewesen.

(A.Stefanowych--DTZ)

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