Deutsche Tageszeitung - ESA: Meteorit von Koblenz war für Teleskope nicht erkennbar

ESA: Meteorit von Koblenz war für Teleskope nicht erkennbar


ESA: Meteorit von Koblenz war für Teleskope nicht erkennbar
ESA: Meteorit von Koblenz war für Teleskope nicht erkennbar / Foto: © AFP/Archiv

Der Meteorit, von dem ein Bruchstück in ein Haus in Koblenz eingeschlagen ist, war nach Angaben der Europäischen Raumfahrtagentur ESA von den darauf spezialisierten Teleskopen nicht rechtzeitig erkennbar gewesen. Dies habe an der Einschlagsrichtung gelegen, aber auch daran, dass es noch nicht dunkel gewesen sei. "Dies ist nicht ungewöhnlich", betonte die ESA, die den Fall untersucht.

Textgröße ändern:

Bis heute seien insgesamt nur elf natürliche Objekte aus dem All vor ihrem Eintritt in die Atmosphäre entdeckt worden, erklärte die Raumfahrtagentur. Kleinere Gesteinsbrocken, die sich der Erde nähern, während der Himmel noch hell sei, würden in den meisten Fällen übersehen. Das Team für planetare Verteidigung der ESA arbeite daran, die Erkennungsrate dieser Objekte vor dem Aufprall auf der Erde zu verbessern.

In Koblenz in Rheinland-Pfalz war am Sonntagabend ein etwa faustgroßer Meteorit in das Dach eines Hauses eingeschlagen. Verletzt wurde dabei niemand. Zuvor hatten zahlreiche Menschen in Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern einen Feuerball am Himmel beobachtet und fotografiert, bevor er in zahlreiche Stücke zerbarst. Bei der Feuerwehr und bei der Polizei gingen deswegen zahlreiche Anrufe ein.

Nach Schätzungen der ESA hatte der kosmische Gesteinsbrocken ursprünglich einen Durchmesser von mehreren Metern. Objekte dieser Größenordnung träfen in unregelmäßigen Abständen auf die Erde, erklärte die Raumfahrtagentur. Der Abstand könne mehrere Wochen, aber auch mehrere Jahre betragen.

Die Polizei stellte inzwischen klar, dass die vom Meteoriten-Einschlag betroffenen Menschen das seltene Stück behalten dürfen, es aber zunächst Wissenschaftlern zur Verfügung stellen sollten.

Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden, Gesteins- oder Metallkörpern, die um die Sonne kreisen. Wenn ein Objekt aus dem Weltall in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht, ist von der Erde aus eine Sternschnuppe zu sehen. In manchen Fällen landen Bruchteile aber auch auf der Erdoberfläche.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Wissenschaftler: Intensität der derzeitigen Hitzewelle hängt "eindeutig" mit Klimawandel zusammen

Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. "Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen "keine Rolle bei der Steigerung der Hitze". Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren "praktisch unmöglich" gewesen.

Wenn Daten das Bauchgefühl schlagen

Was Unternehmen vom größten Sportdatenprojekt der Fußballgeschichte lernen können

Tusk ruft Polen und Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" angesichts der Geschichte auf

Angesichts des jüngsten Streits um die Weltkriegsvergangenheit hat der polnische Ministerpräsident Donald Tusk seine Landsleute und die Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" aufgerufen. "Wir können die Zukunft nur auf der Wahrheit, dem gegenseitigen Repekt und dem Verständnis der Geschichte aufbauen", sagte Tusk am Donnerstag bei der Eröffnung der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig.

Zahl der vergebenen Deutschlandstipendien leicht gestiegen

Die Zahl der mit einem Deutschlandstipendium geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten ist leicht um 1,5 Prozent gestiegen. 2025 erhielten 33.500 Studierende ein solches Stipendium, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Ihr Anteil an allen Studierenden lag im Wintersemester 2025/2026 voraussichtlich bei 1,2 Prozent. Mit dem Deutschlandstipendium werden seit 2011 Studierende gefördert, deren Werdegang herausragende Leistungen im Studium und Beruf erwarten lassen.

Textgröße ändern: