Deutsche Tageszeitung - Historischer Flug zum Mond: Mission Artemis 2 erfolgreich gestartet

Historischer Flug zum Mond: Mission Artemis 2 erfolgreich gestartet


Historischer Flug zum Mond: Mission Artemis 2 erfolgreich gestartet

"Wir fliegen zum Mond!": Nach mehr als 50 Jahren haben sich mit der historischen Mission Artemis 2 wieder Astronauten auf den Weg zum Mond gemacht. Die Trägerrakete SLS mit vier Astronauten an Bord der Raumkapsel Orion hob am frühen Mittwochabend gegen 18.35 Uhr (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab. Sie erreichte Minuten später wie geplant eine Erdumlaufbahn.

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Bei der zehntägigen Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist eine Umrundung des Erdtrabanten geplant, eine Mondlandung ist nicht Teil von Artemis 2. Die Nasa strebt eine Landung auf dem Mond für das Jahr 2028 an. Artemis 2 soll dafür die Voraussetzungen schaffen.

So soll die Crew - die US-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der Kanadier Jeremy Hansen - bei der Umrundung des Mondes auch dessen Südpol für eine künftige Mondlandung auskundschaften. Auf der Rückseite des Mondes wird der Kontakt zur Bodenkontrolle für kurze Zeit unterbrochen sein. Die Crew wird dann weiter von der Erde entfernt sein als jemals Astronauten zuvor.

Am Kennedy Space Center brach Jubel bei Nasa-Mitarbeitern wie auch bei Schaulustigen aus, als die 98 Meter hohe Trägerrakete SLS (Space Launch System) abhob. "Wir fliegen zum Mond!", schrie ein Zuschauer. Rund acht Minuten nach dem Start trennte sich die erste Raketenstufe von der Raumkapsel. Zuvor hatten sich bereits die beiden sogenannten Booster von der Rakete getrennt.

Vor dem Start hatte der kanadische Astronaut Hansen gesagt: "Wir fliegen für die gesamte Menschheit." Die für den Start verantwortliche Nasa-Direktorin Charlie Blackwell-Thompson wünschte den Astronauten alles Gute für die Mission: "Auf dieser historischen Mission begleiten euch die Herzen des Artemis-Teams, der wagemutige Geist der Amerikaner und unserer Partner in aller Welt, und die Hoffnungen und Träume einer neuen Generation."

Zunächst will die Besatzung in der Erdumlaufbahn einige Tests vornehmen, um sicherzugehen, dass auf der 384.000 Kilometer weiten Reise zum Mond alles funktioniert. Dabei kommt auch Technologie aus Deutschland zum Einsatz. Danach soll die Kapsel die Erdumlaufbahn verlassen und Kurs auf den Mond nehmen. Auf dem Weg dahin soll die Crew weitere Tests und Experimente vornehmen. Bei der Rückkehr zur Erde soll die Orion-Raumkapsel vor der kalifornischen Küste im Pazifik landen.

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer bezeichnete Artemis 2 als "Beginn einer neuen Ära". Die Europäer seien "ein großer Teil dieser Mission, und unser Beitrag wird langfristig auch Europäer zum Mond bringen", sagte er vor dem Raketenstart am Kennedy Space Center der Nachrichtenagentur AFP.

Das Artemis-Programm wurde während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump gestartet. Ziel ist eine dauerhafte Präsenz von Menschen auf dem Mond und die Vorbereitung späterer Missionen zum viel weiter entfernten Mars. Bei der Mission Artemis 1 hatte 2022 ein unbemanntes Raumschiff den Mond umrundet.

Nach jahrelangen Vorbereitungen sollte Artemis 2 ursprünglich im Februar starten, wegen technischer Probleme verzögerte sich dies jedoch. Experten zweifeln auch an dem Nasa-Ziel einer Mondlandung im Jahr 2028.

Bei Artemis 2 nehmen erstmals eine Frau, ein Schwarzer und ein Kanadier an einer Mondmission teil. Kommandant ist der 50 Jahre alte US-Astronaut Reid Wiseman. Pilot der Orion-Kapsel ist der 49-jährige Victor Glover, der als erster nicht-weißer Mensch für eine Mondmission ausgewählt wurde. Seine Kollegin Christina Koch soll als erste Frau überhaupt zu dem Erdtrabanten fliegen. Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Astronaut bei einer Mondmission, der nicht aus den USA stammt.

Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet. Danach wurde das kostspielige Programm eingestellt. Der Konkurrent China plant für 2030 eine Mondlandung.

(W.Novokshonov--DTZ)

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