Deutsche Tageszeitung - Cannabis-Evaluierung: SPD wirft Dobrindt unsachliche Kritik an Studie vor

Cannabis-Evaluierung: SPD wirft Dobrindt unsachliche Kritik an Studie vor


Cannabis-Evaluierung: SPD wirft Dobrindt unsachliche Kritik an Studie vor
Cannabis-Evaluierung: SPD wirft Dobrindt unsachliche Kritik an Studie vor / Foto: © AFP/Archiv

Nach der jüngsten Veröffentlichung der Studie zur Evaluierung des Cannabis-Gesetzes hat die SPD Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "undifferenzierte und pauschale Kritik" vorgeworfen. "Wer wissenschaftliche Ergebnisse diskreditiert, nur weil sie nicht ins eigene politische Weltbild passen, untergräbt das Vertrauen in evidenzbasierte Politik", erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, am Donnerstag in Berlin.

Textgröße ändern:

Dobrindt (CSU) hatte das Gesetz zur Teil-Legalisierung von Cannabis einen "vollkommenen Rohrkrepierer" genannt. Es sei "jugendgefährdend und kriminalitätsfördernd". Auf die Inhalte des Zwischenberichts, den Experten am Mittwoch, zwei Jahre nach Inkrafttreten der Teil-Legalisierung von Cannabis, veröffentlicht hatten, ging der Minister nicht näher ein.

"Die undifferenzierte und pauschale Kritik von Innenminister Dobrindt an der wissenschaftlichen Evaluierung ist in Ton und Inhalt völlig unangemessen", erklärte dazu der SPD-Gesundheitspolitiker Pantazis. Die vorgelegte Evaluierung basiere auf der Arbeit renommierter Forschungsinstitute und liefere eine differenzierte, belastbare Grundlage für die weitere politische Bewertung. "Statt sich sachlich mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen, erweckt der Bundesinnenminister den Eindruck, ideologisch motiviert zu argumentieren", erklärte Pantazis.

Die SPD stehe klar für eine evidenzbasierte Drogenpolitik. "Das bedeutet: Wir orientieren uns an wissenschaftlichen Erkenntnissen, nicht an Vorurteilen oder reflexhaften politischen Positionierungen."

Die Ergebnisse der Evaluierung zeigten, dass zentrale Ziele der Reform zur Cannabis-Freigabe erreicht worden seien, insbesondere sei der Schwarzmarkt bei stabilen Konsumzahlen zurückgedrängt worden. Gleichzeitig benenne die Studie offen bestehende Herausforderungen, etwa im Bereich Prävention und Frühintervention. "Genau diese Ehrlichkeit ist die Stärke wissenschaftlicher Politikberatung", erklärte der SPD-Politiker.

Die Wissenschaftler lieferten die Grundlage dafür, "dass wir gezielt nachsteuern können, wo es notwendig ist", betonte Pantazis. Wer dagegen versuche, wissenschaftliche Befunde pauschal in Zweifel zu ziehen, schade nicht nur der politischen Debatte, sondern auch dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in staatliche Entscheidungen. Gerade in sensiblen Bereichen wie der Drogenpolitik brauche es Sachlichkeit, Differenzierung und wissenschaftliche Orientierung. "Populistische Verkürzungen helfen niemandem – weder beim Gesundheitsschutz noch bei der Bekämpfung von Kriminalität."

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Nexperia-Chips können bald gänzlich in China produziert werden

Die Chips des ursprünglich niederländischen Unternehmens Nexperia können bald gänzlich in China produziert werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Unternehmenskreisen. Der Chiphersteller stand in den vergangenen Monaten im Zentrum eines geopolitischen Ringens um den Zugriff auf wichtige Technologien.

Nathaniel Bradley, CEO von Datavault AI, stellt auf der XRP Tokyo 2026 die Technologien DataValue(R), DataScore(R) und Information Data Exchange(R) vor

PHILADELPHIA, PA / ACCESS Newswire / 2. April 2026 / Datavault AI Inc. („Datavault AI" oder das „Unternehmen") (NASDAQ:DVLT), ein führender Anbieter von Technologien für Datenmonetarisierung, Qualifikationsprüfung, digitale Interaktion und die Tokenisierung realer Vermögenswerte („RWA"), gab heute bekannt, dass CEO Nathaniel (Nate) T. Bradley die Technologien DataValue®, DataScore®, Data Vault Bank® AI Agent sowie die patentierten Information Data Exchange®-Technologien des Unternehmens auf der XRP Tokyo 2026 am 7. April 2026 im Happo-en in Tokio, Japan, vorstellen und präsentieren wird.

Historischer Flug zum Mond: Mission Artemis 2 erfolgreich gestartet

"Wir fliegen zum Mond!": Nach mehr als 50 Jahren haben sich mit der historischen Mission Artemis 2 wieder Astronauten auf den Weg zum Mond gemacht. Die Trägerrakete SLS mit vier Astronauten an Bord der Raumkapsel Orion hob am frühen Mittwochabend gegen 18.35 Uhr (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab. Sie erreichte Minuten später wie geplant eine Erdumlaufbahn.

Historischer Flug zum Mond: Rakete von Mission Artemis 2 gestartet

Die Weltraummission Artemis 2 zur Umrundung des Mondes ist gestartet. Die Trägerrakete SLS mit der Orion-Raumkapsel und vier Astronauten hob am frühen Mittwochabend gegen 18.35 Uhr (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Mit der zehntägigen Mission will die US-Raumfahrtbehörde Nasa erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in die Nähe des Erdtrabanten bringen.

Textgröße ändern: