Deutsche Tageszeitung - Millionen Kadaver: Chinesische Forscher entdecken größten Wal-Friedhof der Welt

Millionen Kadaver: Chinesische Forscher entdecken größten Wal-Friedhof der Welt


Millionen Kadaver: Chinesische Forscher entdecken größten Wal-Friedhof der Welt
Millionen Kadaver: Chinesische Forscher entdecken größten Wal-Friedhof der Welt / Foto: © Global TREnD, IDSSE/AFP

Forscher aus China haben am Grund des Indischen Ozeans den größten Wal-Friedhof der Welt entdeckt. Er sei "erstaunt" gewesen über die vielen Kadaver, die zum Teil Millionen Jahre alt sind, erklärte der Forscher Xiaotong Peng am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Er war 2023 mehrfach mit einem kleinen Tauchboot zur Fundstätte vor der Westküste Australiens hinabgetaucht.

Textgröße ändern:

Laut seiner Studie, die in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde, sind einige der Fossilien bis zu 5,3 Millionen Jahre alt und gehören zu Tierarten, die heute ausgestorben sind. Gefunden wurden sie in Tiefen bis zu 7000 Metern entlang eines "Knochen-Korridors", der sich über 1200 Kilometer erstreckt. Die Forscher schätzen, dass in diesem Bereich mehr als zehn Millionen Kadaver liegen könnten.

"Die Entdeckung einer Nekropole dieser Größenordnung war völlig unerwartet: Das Verbreitungsgebiet, die Tiefe und der zeitliche Rahmen übertrafen bei Weitem alles, was wir erwartet hatten", sagte Xiaotong. Demnach liegen dort wohl deshalb so viele Wale, weil das Gebiet viel Nahrung bietet und der Boden spitz nach unten zuläuft.

"Die lebendigen Ökosysteme, die wir dort sahen, boten eine völlig neue Perspektive auf diesen ansonsten dunklen und kalten Meeresboden", sagte Studien-Mitautor Peng Zhou. Zu den Tieren, die von den Kadavern lebten, gehörten demnach Schlangensterne, Quallen und Muscheln.

Der Ozeanforscher Craig Smith von der University of Hawaii bezeichnete die Entdeckung gegenüber AFP als "äußerst spannend". "Die große Zahl dokumentierter fossiler Wal-Kadaver – darunter eine neue Schnabelwalart – ist wirklich erstaunlich und von großer Bedeutung für das Verständnis der Evolution und Verbreitung von Walen", erklärte er.

Der jetzt entdeckte Wal-Friedhof ist nicht der einzige der Welt. Fossilienfunde durch Schleppnetzfischerei deuten darauf hin, dass es ähnliche Stätten auch unter anderem vor den Küsten Südafrikas und der Iberischen Halbinsel gibt.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

65 Jahre Mauerbau: Warnungen vor DDR-Verklärung und Gefährung der Demokratie

Aufforderungen zur Verteidigung der Demokratie und Warnungen vor einer Verklärung der DDR-Geschichte haben am Donnerstag das Gedenken zum 65. Jahrestag des Mauerbaus geprägt. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warnte vor "Gleichgültigkeit und Desinteresse" gegenüber den aktuellen Gefahrdungen der Demokratie.

Klöckner weist zu Jahrestag des Mauerbaus auf Spaltungen zwischen Ost und West hin

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West hingewiesen. "Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen", sagte Klöckner am Donnerstag in ihrer Ansprache bei der Gedenkveranstaltung in Berlin. Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, wirke sie nach.

Sonnenfinsternis legt Verkehr in Bremen lahm: Polizei erfasst rund hundert Verstöße

Die Sonnenfinsternis vom Mittwochabend hat in Bremen teils den Verkehr lahm gelegt und einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Rund um einen beliebten Aussichtspunkt im Norden der Stadt staute sich der Verkehr zeitweise bis auf die Autobahn 27 zurück, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Teils seien Fahrzeuge auf der Autobahn geparkt worden. Insgesamt erfasste die Polizei 110 Verkehrsverstöße.

65 Jahre Mauerbau: Opferbeauftragte warnt vor Verklärung der DDR

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus hat die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke vor einer zunehmenden Verklärung der DDR gewarnt. "Einigen erscheint die DDR zunehmend schöner, je länger sie zurückliegt", sagte Zupke der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Dabei wird ausgeblendet, wie das Leben in der DDR tatsächlich war."

Textgröße ändern: