Deutsche Tageszeitung - Mehr Raketenstarts: Trump-Regierung will Umweltschutz für Raumfahrt aufweichen

Mehr Raketenstarts: Trump-Regierung will Umweltschutz für Raumfahrt aufweichen


Mehr Raketenstarts: Trump-Regierung will Umweltschutz für Raumfahrt aufweichen
Mehr Raketenstarts: Trump-Regierung will Umweltschutz für Raumfahrt aufweichen / Foto: © AFP/Archiv

Zur Ankurbelung der privaten Raumfahrtindustrie will die US-Regierung von Präsident Donald Trump die Hürden für Raketenstarts senken und dafür Umweltschutzvorgaben aushebeln. "Amerika hat das erste Weltraumrennen gewonnen, und wir können das wieder schaffen - aber nur, wenn wir bürokratischen Ballast der Regierung aus dem Weg räumen", erklärte Trumps Verkehrsminister Sean Duffy am Dienstag. Vorgesehen ist demnach, Anforderungen aus 13 Bundesgesetzen für "bestimmte kommerzielle Weltraumlizenzen und -genehmigungen" aufzuheben.

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Die US-Luftfahrtbehörde FAA erklärte, zu diesen Gesetzen gehörten das Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten, Teile des Gesetzes zur Reinhaltung der Gewässer, des Gesetzes zur Reinhaltung der Luft sowie des Gesetzes zum Schutz historischer Stätten. Ein Verzicht auf diese Umweltschutzauflagen soll demnach eine beschleunigte Genehmigung "für den Start von Raketen, den Wiedereintritt von Raumfahrzeugen sowie den Betrieb von Start- und Wiedereintrittsstandorten" ermöglichen.

In der Raumfahrt stehen die USA insbesondere in Konkurrenz zu China. Zwar dominiert der private US-Raumfahrtsektor derzeit den weltweiten Markt für Starts ins Weltall - doch auch die Volksrepublik machte zuletzt rasante Fortschritte und strebt an, bis 2030 Menschen zum Mond zu schicken. Trump hatte vor diesem Hintergrund bereits im August 2025 ein Dekret unterzeichnet, das die eigene Raumfahrtindustrie ankurbeln soll.

Der private Raumfahrtsektor ist seit Anfang der 2000er Jahre stetig gewachsen, insbesondere in den USA. Das Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk verzeichnete 2025 einen Rekord von 165 Starts und absolvierte zudem mehrere Testflüge seiner Riesenrakete Starship.

Diese Starts von einem Stützpunkt im Bundesstaat Texas aus, gelegen in der Nähe mehrerer Naturschutzgebiete, hatten in der Vergangenheit wiederholt zu Kritik von Umweltverbänden geführt. Die von der Regierung nun angestrebten Neuregelungen sehen indes eine 30-tägige Frist für öffentliche Stellungnahmen vor und könnten noch geändert werden.

Brett Hartl von der Umweltorganisation "Center for Biological Diversity" kündigte bereits Widerstand an und kritisierte den Vorstoß der Regierung als "unverschämtes Geschenk" an die Industrie. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa führe "seit Jahrzehnten Raumfahrtstarts verantwortungsbewusst durch, doch heute will Trump selbst die grundlegendsten Umweltschutzmaßnahmen abschaffen, um einige der reichsten Menschen der Welt noch reicher zu machen“, erklärte er.

(I.Beryonev--DTZ)

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