Deutsche Tageszeitung - Frankreichs Polizei hat im Sommer 48 mutmaßliche Brandstifter in Gewahrsam genommen

Frankreichs Polizei hat im Sommer 48 mutmaßliche Brandstifter in Gewahrsam genommen


Frankreichs Polizei hat im Sommer 48 mutmaßliche Brandstifter in Gewahrsam genommen
Frankreichs Polizei hat im Sommer 48 mutmaßliche Brandstifter in Gewahrsam genommen / Foto: © AFP/Archiv

Im Sommer der schlimmen Waldbrände hat die französische Polizei 48 mutmaßliche Brandstifter in Gewahrsam genommen. Zwölf von ihnen seien bereits verurteilt, gab die Gendarmerie am Freitag bekannt. Die bislang höchste Strafe von zwei Jahren Haft bekam ein junger Mann, der eine Reihe von Bränden in der Region um Bordeaux gelegt hatte. Die Mehrheit der mutmaßlichen Brandstifter sind Männer.

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Zwölf Verdächtige befinden sich nach Angaben der Gendarmerie derzeit in Untersuchungshaft. Zwei Jugendliche, die mit Feuerwerkskörpern einen Brand in der Bretagne ausgelöst hatten, der fünf Hektar Wald zerstörte, wurden zu Erziehungsmaßnahmen verurteilt.

Unter den Brandstiftern befänden sich auch ein ehemaliger Feuerwehrmann und einige Menschen mit psychischen Problemen. Ärzte sollen feststellen, ob sie möglicherweise an Pyromanie litten, also einen krankhaften Drang haben, Brände zu legen.

"Wir haben sehr unterschiedliche Profile, junge Menschen, Minderjährige, Rentner, es sind alle sozialen Schichten vertreten", sagte eine Sprecherin der Gendarmerie der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben der französischen Waldbehörde sind 90 Prozent der Brände von Menschen verursacht. In 30 Prozent der Fälle handelt es sich um Brandstiftung. Daher werden bei jedem Flächenbrand polizeiliche Ermittlungen aufgenommen. Mitte August, zum Höhepunkt der diesjährigen Waldbrände, waren bis zu 500 Gendarmen bei 18 Bränden im Einsatz.

"Das Feuer vernichtet nicht alles, wir finden oft Spuren, die uns zum Täter führen", sagte die Sprecherin. Ende Juli war ein Brandstifter gefunden worden, weil er einen Zigarettenstummel zurückgelassen hatte. Häufig gebe es auch Zeugen, die etwas beobachtet haben.

Innenminister Gérald Darmanin hatte im August 3000 Stellen für "grüne Gendarme" angekündigt, die Brandstifter aufspüren sollen. Es blieb unklar, ob es sich im neue Stellen oder eine Neuorganisation handeln solle.

Bis zum 17. September hatten in Frankreich mehr als 65.000 Hektar Wald gebrannt, davon 50.000 seit Beginn des Sommers. Das ist die größte Fläche, die seit Beginn der Satellitenbeobachtung im Jahr 2006 in einem vergleichbaren Zeitraum im Frankreich abgebrannt war. Die Gegend um Bordeaux war mit 30.000 Hektar abgebrannter Fläche besonders schlimm betroffen.

(M.Travkina--DTZ)

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