Deutsche Tageszeitung - Biden im ägyptischen Scharm el-Scheich eingetroffen

Biden im ägyptischen Scharm el-Scheich eingetroffen


Biden im ägyptischen Scharm el-Scheich eingetroffen
Biden im ägyptischen Scharm el-Scheich eingetroffen / Foto: © AFP

US-Präsident Joe Biden ist im ägyptischen Scharm el-Scheich eingetroffen, um sich in die UN-Klimakonferenz einzuschalten. Seine Maschine landete am Freitagnachmittag in dem ägyptischen Badeort am Roten Meer. Nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi wollte Biden am späten Nachmittag eine Rede vor dem Plenum der Weltklimakonferenz halten.

Textgröße ändern:

Vor seiner Ankunft in Ägypten hatte Biden im Onlinedienst Twitter erklärt, in Scharm el-Scheich könne die internationale Gemeinschaft "dem Ruf der Geschichte folgen" und den Kampf gegen die Erderhitzung vorantreiben.

Biden kann bei der UN-Klimakonferenz auf den sogenannten Inflation Reduction Act verweisen, der Mitte August vom US-Kongress verabschiedet worden war. Das Gesetz sieht rund 370 Milliarden Dollar (367 Milliarden Euro) für den Ausbau von erneuerbaren Energien sowie andere Klimaschutzmaßnahmen vor.

Die USA stehen in Scharm el-Scheich allerdings unter Druck, als größte Volkswirtschaft und zweitgrößter Treibhausgas-Emittent der Welt mehr Klimahilfen für Entwicklungsländer bereitzustellen. Außerdem werden sie dafür kritisiert, die Einrichtung eines Finanzierungsmechanismus zur Bewältigung bereits bestehender Klimaschäden bei den UN-Verhandlungen zu blockieren.

Die deutsche Klimabeauftragte Jennifer Morgan hatte Biden am Morgen zum Einlenken bei den klimabedingten Schäden und Verlusten, einem Knackpunkt bei der COP27, aufgerufen. Zugleich bezeichnete es die Außen-Staatssekretärin als "sehr gutes Zeichen, dass Präsident Biden zu dieser COP kommt".

Rund hundert Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), hatten am Montag und Dienstag an der COP27 teilgenommen. Biden reiste hingegen erst nach den Kongress-Zwischenwahlen am Dienstag an. In Ägypten bleibt er nur ein paar Stunden, danach fliegt er zum Gipfeltreffen des südostasiatischen Staatenbündnisses Asean in Kambodscha weiter und anschließend zum G20-Gipfel auf die indonesische Insel Bali.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Oxfam: Superreiche verursachen mit Privatjets und Investitionen enorme Klimaschäden

In Sekunden so viel klimaschädliches CO2 verursachen wie deutlich ärmere Menschen in einem ganzen Jahr - das machen laut einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam die Privatjets von Superreichen. 2025 hätten Privatjets weltweit in nur zwei Sekunden mehr CO2 verursacht als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung im gesamten Jahr, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Bericht. Knapp zwei Wochen vor der Weltklimakonferenz forderte Oxfam daher eine höhere Besteuerung von Superreichen.

EU-Fischereiverbote: Rainer pocht auf Ausnahme für deutsche Ostsee-Fischer

In den EU-Verhandlungen über Fischereiverbote in der Ostsee pocht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) auf eine Beibehaltung der Ausnahmen für deutsche Küstenfischer. Ein vollständiges Fangverbot für Hering würde wahrscheinlich viele die Existenz kosten, sagte Rainer beim Treffen der EU-Agrarminister am Montag in Luxemburg. Derzeit dürfen kleine Ostsee-Betriebe noch Hering fischen, obwohl der Bestand stark bedroht ist.

Minister Schneider schaltet sich in Verhandlungen bei UN-Biodiversitätskonferenz ein

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) schaltet sich ab Montag in Eriwan in die Verhandlungen bei der UN-Biodiversitätskonferenz ein. Schneider bleibt nach Angaben seines Ministeriums bis Freitag in der armenischen Hauptstadt, um die deutsche Delegation bei der Weltnaturkonferenz bis zum Schluss zu leiten. Bei der Ankündigung von Schneiders Reise verglich sein Ministerium die Bedeutung der Verhandlungen zum weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt mit derjenigen der UN-Klimakonferenzen zur Bekämpfung der Erderwärmung.

Deutscher Umweltpreis für Ingenieur und Juristin

Der Deutsche Umweltpreis geht in diesem Jahr an den Membranfilter-Ingenieur Klaus Vossenkaul und die Umweltjuristin Roda Verheyen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den beiden die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung am Mittag in Aachen überreichen, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Sonntag mitteilte. Vossenkaul wird demnach für "innovative Lösungen" in der Abwasserreinigung ausgezeichnet, Verheyen für ihren juristischen Einsatz für den Klima- und Umweltschutz.

Textgröße ändern: