Deutsche Tageszeitung - Eisfläche auf Meeren um Antarktis schrumpft auf neuen Tiefstand

Eisfläche auf Meeren um Antarktis schrumpft auf neuen Tiefstand


Eisfläche auf Meeren um Antarktis schrumpft auf neuen Tiefstand
Eisfläche auf Meeren um Antarktis schrumpft auf neuen Tiefstand / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die von Eis bedeckte Fläche auf den Meeren rund um die Antarktis ist so klein wie noch nie seit Beginn der satellitengestützten Messungen vor rund 40 Jahren. Das teilte das Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Freitag in Bremerhaven mit. Demnach waren Anfang Februar lediglich noch 2,2 Millionen Quadratkilometer mit Meereis bedeckt.

Textgröße ändern:

Damit wurde das bisherige Rekordminimum vom 24. Februar vergangenen Jahres bereits mehrere Wochen vor Ende der sommerlichen Schmelzperiode unterboten. Damals wurde auf dem südlichen Ozean rund um die Antarktis laut AWI eine Meereisausdehnung von 2,27 Millionen Quadratkilometern registriert. Die Schmelzperiode dauert voraussichtlich bis in die zweite Februarhälfte an.

Bereits den gesamten Januar über lag die Meereisbedeckung in der Antarktis nach Angaben des AWI, das bei seiner Analyse mit Forschenden der Bremer Universität zusammenarbeitete, auf einem historisch niedrigem Niveau. Es war demnach bereits das achte Jahr in Folge, dass die Meereisbedeckung im südlichen Ozean im Januar im Mittel unterhalb des langjährigen Trends lag.

"Die rasante Abnahme des Meereises in den letzten sechs Jahren ist sehr erstaunlich, weil sich die Eisbedeckung in den 35 Jahren davor kaum verändert hatte", erklärte AWI-Meereisphysiker Christian Haas. "Es ist unklar, ob dies der Anfang vom schnellen Ende von sommerlichem Meereis in der Antarktis ist, oder ob es sich nur um eine neue Phase mit geringerer aber weiterhin stabiler Meereisbedeckung im Sommer handelt", fügte er an.

Auf der Südhalbkugel herrscht gerade Sommer. Rund um die Antarktis schmilzt das Meereis dann laut AWI in machen Regionen komplett ab. Im Winter bildet sich aufgrund der großen Kälte schnell neues Meereis, bis es eine maximale Ausdehnung von rund 18 bis 20 Millionen Quadratkilometern erreicht.

Eine mögliche Ursache für die starke aktuelle Schmelze seien ungewöhnlich warme Lufttemperaturen in Teilen der Antarktis, teilte das AWI weiter mit. Eine Rolle spielten aber auch komplexe Wechselwirkungen zwischen Luftdruck, Windzirkulation und Meeresströmungen. Auch das beeinflusse den Eisrückgang.

Vergleichbare jahreszeitliche Veränderungen der Meereisbedeckung gibt es auch auf den Meeren um die Arktis. In der Antarktis sind die natürlichen saisonalen Schwankungen dem AWI zufolge aber deutlich ausgeprägter. Auf die Höhe des globalen Meeresspiegels haben Veränderungen der Meereisbedeckung keinen Einfluss, weil das Eis bereits im Wasser schwimmt. Anders ist dies bei Festlandeis. Wenn es schmilzt, gelangt zusätzliches Wasser in die Ozeane.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

"Wir machen's aus": Earth Hour soll für Klimaschutz werben

Zum 20. Mal rufen Umwelt- und Klimaschutzorganisationen am Samstag zur sogenannten Earth Hour auf. Rund um den Globus sind Millionen Menschen aufgefordert, jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit für eine Stunde das Licht auszuschalten, um ein Zeichen für Klima- und Umweltschutz zu setzen. Auch berühmte Bauwerke wie das Brandenburger Tor in Berlin sind dann in Dunkelheit gehüllt.

Australien: Zyklon sorgt für Ausfälle an drei großen LNG-Anlagen

Der Zyklon "Narelle" vor der Westküste Australiens hat nach Angaben der Energiekonzerne Chevron und Woodside für Ausfälle an drei großen Anlagen für Flüssigerdgas (LNG) gesorgt. "Chevron Australien arbeitet daran, die Produktion in den Gasanlagen Gorgon und Wheatstone nach Produktionsausfällen wiederherzustellen", erklärte der US-Energieriese Chevron am Freitag. Später teilte das australische Energieunternehmen Woodside mit, die LNG-Anlage Karratha sei aufgrund des herrannahenden Zyklons von einer "Produktionsunterbrechung" betroffen.

Hohe Spritpreise: Umwelthilfe schlägt autofreie Sonntage vor

Angesichts der derzeit hohen Spritpreise hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) autofreie Sonntage ins Spiel gebracht. "Autofreier Sonntag, das vermittelt sicher seltene Momente einer ganz neuen Begegnung im Straßenraum, sei es unbeschwertes Flanieren und Radeln im Stadtraum oder Rollschuhlaufen auf der Autobahn", sagte die DUH-Verkehrsexpertin Dorothee Saar der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). "An diesen Sonntagen wird den Menschen auffallen, wie dominant der Straßenverkehr den Alltag prägt, auch durch Lärm und dreckige Luft", fügte Saar hinzu.

WTO-Chefin sieht schlimmste Störungen des globalen Handelssysstems seit 80 Jahren

Das globale Handelssystem ist nach Einschätzung von WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala derzeit mit den schwersten Turbulenzen seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert. "Das Welthandelssystem erlebt die schlimmsten Störungen seit 80 Jahren", sagte die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO) am Donnerstag auf der Ministerkonferenz der Organisation in Kameruns Hauptstadt Jaunde.

Textgröße ändern: