Deutsche Tageszeitung - Frankreich hält am Verbrenner-Aus bis 2035 aus Umwelt- und Wirtschaftsgründen fest

Frankreich hält am Verbrenner-Aus bis 2035 aus Umwelt- und Wirtschaftsgründen fest


Frankreich hält am Verbrenner-Aus bis 2035 aus Umwelt- und Wirtschaftsgründen fest
Frankreich hält am Verbrenner-Aus bis 2035 aus Umwelt- und Wirtschaftsgründen fest / Foto: © AFP/Archiv

Frankreich zeigt sich im Streit um ein EU-weites Verbot von Verbrennermotoren bis 2035 unnachgiebig. "Wir sind zur Kraftprobe bereit", sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire mit Blick auf die deutsche Haltung, das Verbot weiter aufzuschieben. Das Ziel von 2035 sei aus umwelt- und wirtschaftspolitischen Gründen sinnvoll, betonte er.

Textgröße ändern:

"Wir haben fünf bis zehn Jahre Verspätung bei der Entwicklung von E-Autos mit Blick auf China", sagte er am Montag dem Sender France Info. Daher müsse der Bau von E-Autos dringend beschleunigt und doppelt so viel investiert werden wie bisher.

Insbesondere die französischen Autobauer bräuchten ein klares Signal. "Ich kann ihnen nicht sagen, sie sollen auf E-Autos umstellen, (...) und dann erklären, dass wir doch noch etwas länger am Verbrenner festhalten wollen", betonte Le Maire. "Eine Verschiebung des Verbots wäre aus umwelt- und wirtschaftspolitischen Gründen ein Fehler."

Am Montag wollten Vertreter mehrerer EU-Staaten, unter ihnen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), mit der Europäischen Kommission in Straßburg über strengere Umweltauflagen für Autos beraten. Nachdem Wissing kurzfristig ein Veto eingelegt hatte, hatte die EU Anfang des Monats ihren endgültigen Beschluss zum Verbrenner-Aus ab 2035 verschieben müssen.

Wissing fordert von der EU-Kommission eine Ausnahmeregel zum Weiterbetrieb von Verbrennern, die synthetische Kraftstoffe tanken, sogenannte E-Fuels. Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten hatten sich im Oktober darauf geeinigt, ab 2035 nur noch Fahrzeuge neu zuzulassen, die kein Kohlendioxid (CO2) ausstoßen.

Polen und Italien sind die entschiedensten Gegner dieser Pläne. Diese beiden Staaten haben zusammen mit Deutschland und Bulgarien, das ebenfalls nicht zustimmen will, eine Sperrminorität.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

COP31-Verhandlungsführer: "Wir müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen"

Der Iran-Krieg hat nach Einschätzung des Verhandlungsführers des kommenden UN-Klimagipfels COP31 noch einmal die Notwendigkeit einer Abkehr von den fossilen Energien verdeutlicht. "Wir müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen", sagte der australische Klimaschutz- und Energieminister Chris Bowen der Nachrichtenagentur AFP während der UN-Klimagespräche in Bonn, die der Vorbereitung der COP31 dienen. Der UN-Klimagipfel soll im November im türkischen Antalya abgehalten werden, wird aber von der Türkei gemeinsam mit Australien ausgerichtet.

Albanien: Neue Proteste gegen Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn in Naturschutzgebiet

In einem Naturschutzgebiet an der albanischen Küste haben am Samstag erneut hunderte Menschen gegen Pläne für ein Luxus-Ferienresort protestiert, das mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump in Verbindung steht. Umweltschützer aus dem ganzen Land und Anwohner folgten einem Aufruf von Umweltschutzorganisationen und versammelten sich in der Lagune Vjosa-Narta rund 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tirana, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Wolf von Altona ist mutmaßlich tot

Der Wolf, der in Hamburg-Altona Ende März in einem Einkaufszentrum aufgetaucht war, ist vermutlich tot. Die automatisierten Sendedaten seines Ortungshalsbandes seien Ende Mai plötzlich abrupt abgerissen, teilte das Hamburger Landesumweltamt am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit. Bei einer Suchaktion seien daraufhin weder das Tier noch der Sender aufgefunden worden.

Wiederansiedlungsprojekt: Przewalski-Pferde aus Berlin in Kasachstan eingetroffen

Vier Przewalski-Pferde aus dem Berliner Tierpark sind zur Auswilderung im zentralasiatischen Kasachstan eingetroffen. Wie der Tierpark am Samstag mitteilte, wurden die Tiere zunächst in einem Akklimatisierungsgehege untergebracht, wo sie auf die Auswilderung in der kasachischen Steppe vorbereitet werden sollen. Sie befänden sich in gutem gesundheitlichem Zustand.

Textgröße ändern: