Deutsche Tageszeitung - Weltklimarat diskutiert über neuen Sachstandsbericht zur Erderwärmung

Weltklimarat diskutiert über neuen Sachstandsbericht zur Erderwärmung


Weltklimarat diskutiert über neuen Sachstandsbericht zur Erderwärmung
Weltklimarat diskutiert über neuen Sachstandsbericht zur Erderwärmung / Foto: © AFP/Archiv

Der Weltklimarat IPCC hat am Montag seine Beratungen anlässlich der Verabschiedung einer Zusammenfassung der drei Teile seines Sechsten Sachstandsberichts zur Erderwärmung begonnen. Bis Freitag werden Diplomaten aus fast 200 Ländern und Klimawissenschaftler im schweizerischen Interlaken über die etwa 20 Seiten lange Zusammenfassung der Forschungserkenntnisse der vergangenen Jahre zu den existenziellen Gefahren der Erderwärmung und dem sich daraus ergebenden Handlungsbedarf diskutieren.

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Der Synthesebericht des sechsten IPCC-Sachstandsberichts soll am 20. März vorgestellt werden. Dabei handelt es sich um die sogenannte Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. Indem sie die Kurzfassung des Berichts Zeile für Zeile durchgehen und den Text verabschieden, erkennen die Regierungen die wissenschaftlichen Erkenntnisse offiziell an.

Der Synthesebericht führt die drei Berichtsteile zusammen, die sich mit den physikalischen Grundlagen des Klimawandels, den drastischen Folgen der Erderwärmung für Mensch und Natur sowie möglichen Gegenmaßnahmen beschäftigt haben.

Greenpeace-Expertin Kaisa Kosonen sprach von einem "gewaltigen Moment, sieben Jahre nach dem Übereinkommen von Paris und neun Jahre nach dem letzten IPCC-Sachstandsbericht". "Wissenschaftler sagen Regierungen, wie sie sich in diesen wichtigen, entscheidenden Jahren schlagen", sagte Kosonen der Nachrichtenagentur AFP.

Das Zeugnis ist nicht gut. Die weltweiten Treibhausgasemissionen sind weiter gewachsen. Seit dem späten 19. Jahrhundert ist die durchschnittliche Temperatur auf der Erdoberfläche um mehr als 1,1 Grad Celsius gestiegen. Im Übereinkommen von Paris versprachen die teilnehmenden Länder, die Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur auf "deutlich unter" zwei Grad Celsius, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad Celsius, zu beschränken.

Ein IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel machte 2018 allerdings deutlich, wie verheerend bereits der Anstieg der Erderwärmung um ein weiteres halbes Grad auf zwei Grad wäre. Regierungen und Unternehmen übernahmen deswegen das ambitioniertere der beiden Ziele als angestrebtes Ergebnis.

Doch dessen Erreichen scheint immer unwahrscheinlicher. Das "Kohlenstoff-Budget" der Menschheit, um unter der 1,5-Grad-Grenze zu bleiben, beträgt laut IPCC weniger als 300 Milliarden Tonnen CO2, gerade einmal das siebenfache der derzeit jährlichen Emissionen.

Zwei weitere Sonderberichte - einer zu den Ozeanen und den Frostbereichen der Erde und einer zu Wäldern und Landnutzung - sollen ebenfalls in die Zusammenfassung einfließen.

Mitautor Oliver Geden von der Stiftung Wissenschaft und Politik sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Der Synthesebericht ist wichtig, weil er das letzte IPCC-Produkt für einige Jahre sein wird sowie eine der Hauptquellen für Wissen in der ersten weltweiten Inventur nach dem Übereinkommen von Paris."

Der vollständige Sachstandsbericht soll vor der UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai veröffentlicht werden. Er wird die Staaten mit der Unzulänglichkeit ihrer in Paris gegebenen Versprechen zur Emissionseinschränkung konfrontieren. Diese würden die weltweiten Temperaturen im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter um 2,8 Grad steigen lassen.

(Y.Leyard--DTZ)

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