Deutsche Tageszeitung - Studie: Luftverschmutzung tötet jährlich 1200 Kinder und Jugendliche in Europa

Studie: Luftverschmutzung tötet jährlich 1200 Kinder und Jugendliche in Europa


Studie: Luftverschmutzung tötet jährlich 1200 Kinder und Jugendliche in Europa
Studie: Luftverschmutzung tötet jährlich 1200 Kinder und Jugendliche in Europa / Foto: © AFP/Archiv

Luftverschmutzung führt in Europa laut einer Untersuchung jährlich zum vorzeitigen Tod von 1200 Kindern und Jugendlichen. Wie es am Montag in dem Bericht der europäischen Umweltagentur (EUA) hieß, stellen Schadstoffe in der Luft nicht nur für die Gesundheit von Erwachsenen, sondern auch für die von Kindern das größte Umweltrisiko dar und reduzieren ihre Lebenserwartung drastisch. Für ihren Bericht wertete die EUA Daten aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten und drei weiteren europäischen Ländern aus.

Textgröße ändern:

Eine schlechte Luftqualität führe zum frühzeitigen Tod von jährlich mehr als 1200 Heranwachsenden unter 18 Jahren und erhöhe "signifikant das Krankheitsrisiko im späteren Leben", schreibt die EUA in ihrem Bericht. "Trotz der Fortschritte der vergangenen Jahre liegt das Niveau vieler Schadstoffe in der Luft über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, vor allem in Zentral- und Osteuropa, sowie in Italien", betont die EU-Behörde.

Mehrere Länder, darunter Großbritannien und die Ukraine, nahmen nicht an der EUA-Studie teil. Die europaweite Bilanz könnte daher noch schlechter ausfallen.

Die EUA-Studie konzentriert sich erstmals auf die Untersuchung von Minderjährigen. Aus einem im November veröffentlichten Bericht ging bereits hervor, dass 2020 in den Ländern der Umweltagentur, darunter die 27 EU-Länder, die Türkei, Norwegen, die Schweiz, Island und Liechtenstein, mindestens 238.000 Menschen aller Altersgruppen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung starben.

Zwar sei der Anteil von Kindern und Jugendlichen, die von einer schlechten Luftqualität beeinträchtigt seien, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung "relativ gering", erklärte die EUA. Ein früher Tod bedeute aber "den Verlust einer möglichen Zukunft", zudem seien chronische Krankheiten in der Kindheit und im späteren Leben "eine enorme Last".

Die Umweltagentur empfiehlt, sich bei der Verbesserung der Luftqualität auf die Umgebung von Schulen und Kindergärten, Sporteinrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln zu konzentrieren. Sie weist zudem darauf hin, dass Luftverschmutzung schon einen Einfluss auf ungeborene Kinder haben und zu Frühgeburten oder einem geringen Geburtsgewicht führen kann. Nach der Geburt erhöht schlechte Luft laut der EUA das Risiko verschiedener gesundheitlicher Probleme, darunter Asthma und andere Atemwegserkrankungen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Geschwächter Buckelwal in Ostsee: Experten gehen von entscheidenden Stunden aus

Im Kampf um das Leben des in der Wismarer Bucht liegenden Buckelwals gehen Experten von mutmaßlich entscheidenden Stunden aus. Steigende Wasserstände in der Ostsee würden dem Tier am Montagnachmittag nochmals eine bessere Chance geben, sich selbst in Bewegung zu setzen, sagte der wissenschaftliche Chef des Deutschen Meeresmuseums, Burkhard Baschek, am Mittag bei einer Pressekonferenz in Wismar.

Prognose für Wal vor Wismar "deutlich verschlechtert"

Es gibt nur noch wenig Hoffnung für den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal: "Die Prognose sieht insgesamt nicht gut aus", sagte der Meeresforscher Burkard Baschek am Sonntag in Wismar nach einer Begutachtung vor Ort. Nach dem groß angelegten Rettungseinsatz mit Hilfe von Baggern am Timmendorfer Strand ist in Wismar keine weitere Rettungsaktion für den Meeressäuger mehr geplant. Ein Einschläfern des geschwächten Tieres schloss Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) allerdings aus.

Prognose für Wal vor Wismar laut Experte "deutlich verschlechtert"

Die Rettungsaussichten für den bei Wismar in der Ostsee gestrandeten Buckelwal haben sich "deutlich verschlechtert". "Die Prognose sieht insgesamt nicht gut aus", sagte der Meeresforscher Burkard Baschek am Sonntag in Wismar nach einer Begutachtung vor Ort. Dem Wal solle nun Ruhe gegeben werden, damit er sich womöglich doch noch selbst freischwimmt.

Neue Rettungsaktion für Buckelwal: Tier soll sich wieder freischwimmmen

Im Drama um den seit Tagen in der Ostsee umherirrenden Buckelwal planen die Einsatzkräfte einen neuen Versuch, das Tier zu retten. Greenpeace-Experte Thilo Maack sagte am Sonntag auf AFP-Anfrage, "der Plan ist, dass wir ihn vorsichtig versuchen zu animieren, sich freizuschwimmen, so dass er den Weg in die Ostsee findet." Damit solle zeitnah begonnen werden.

Textgröße ändern: