Deutsche Tageszeitung - Extreme Hitzewelle hat große Teile der Welt im Griff

Extreme Hitzewelle hat große Teile der Welt im Griff


Extreme Hitzewelle hat große Teile der Welt im Griff
Extreme Hitzewelle hat große Teile der Welt im Griff / Foto: © AFP

Von Europa über Amerika bis nach Japan und China: Große Teile der Welt stöhnen unter einer extremen Hitzewelle. In Italien erließ das Gesundheitsministerium für das Wochenende in mehreren Städte eine Hitzewarnung der Alarmstufe Rot. In Griechenland wurde am Samstag erneut das antike Wahrzeichen Akropolis in Athen geschlossen.

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Italien rief die Alarmstufe Rot unter anderem für Rom, Bologna und Florenz aus. Diese Stufe weise auf eine "Notsituation mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit gesunder und aktiver Menschen hin", erläuterte das Gesundheitsministerium. Die Warnung richte sich aber vor allem an Risikogruppen "wie ältere Menschen, Kleinkinder und Menschen mit chronischen Krankheiten".

Der italienische Wetterdienst erklärte, er befürchte "die intensivste Hitzewelle des Sommers, aber auch eine der intensivsten aller Zeiten". Am Dienstag könnte es in Rom sogar 42 oder 43 Grad heiß werden. Damit könnte der bisherige Hitzerekord von 40,5 Grad aus dem August 2007 für die italienische Hauptstadt fallen.

Die 16-jährige Touristin Veronika Niederlovi aus Tschechien sagte der Nachrichtenagentur AFP, Rom fühle sich an wie ein "Hochofen". Es sei einfach "zu heiß", um länger an einer Stelle zu verweilen.

Auf der beliebten italienischen Mittelmeerinsel Sardinien könnte in diesen Tagen sogar die höchste jemals in Europa gemessene Temperatur von 48,8 Grad überschritten werden. In der Region Neapel starben der Zeitung "Il Messaggero" zufolge zwei Amateurfußballer im Alter von 48 und 51 Jahren infolge von vermutlich von der Hitze ausgelösten Beschwerden.

Durch den fortschreitenden Klimawandel träten solche Hitzewellen sehr viel häufiger auf als früher und seien zudem intensiver, sagte der Meteorologe Claudio Cassardi zu "Il Messaggero".

Neben Italien leiden in Europa auch Deutschland, Spanien, der Osten Frankreichs und Polen unter der Hitzewelle. In Bayern wurden am Samstag Höchstwerte von fast 38 Grad gemessen. An vielen anderen Orten in Deutschland stiegen die Temperaturen bis zum Nachmittag über die 30-Grad-Marke.

In Griechenland teilte die Antikenbehörde mit, dass die Akropolis auch am Sonntag den dritten Tag in Folge für die heißesten Stunden des Tages geschlossen werde. In der griechischen Hauptstadt wurden am Samstag nach Angaben des nationalen Wetterdienstes Temperaturen von bis zu 39 Grad gemessen.

Schon am Freitag war die Akropolis mehrere Stunden lang geschlossen worden. Seit Donnerstag hatte das Rote Kreuz dort Zehntausende Wasserflaschen verteilt, zudem wurden an den Eingängen Schatten spendende Überdachungen aufgestellt.

Weltweit war der Juni laut dem europäischen Copernicus-Dienst bereits der wärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erklärte die erste Juliwoche auf der Grundlage vorläufiger Daten ebenfalls zur bislang heißesten. Das Wetterphänomen El Niño verschlimmert die Situation zusätzlich.

Bereits seit Wochen leiden auch der Westen und Süden der USA unter extrem hohen Temperaturen. Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte am Samstag vor einem "extrem heißen und gefährlichem Wochenende". Demnach sollen Temperaturen von bis zu 43 Grad im Westen des Landes anhalten, im Süden sollen sie Anfang der Woche sogar noch weiter ansteigen. Der NWS warnte zudem vor "Problemen mit der Luftqualität" in einigen Teilen des Landes.

Im texanischen Houston wurden die Einwohner aufgefordert, von Samstag bis Montag zwischen 14.00 und 22.00 Uhr Energie zu sparen. Laut dem lokalen Nachrichtensender KPRC ist ein Ende der Hitzewelle erst "am Sonntag kommender Woche" in Sicht.

Im berühmten kalifornischen Death Valley kämpfte die Feuerwehr seit Freitag gegen heftige Brände. Dort könnte am Wochenende die höchste jemals auf der Erde gemessene Lufttemperatur erreicht oder sogar übertroffen werden, sagte der Klimaforscher Daniel Swain von der University of California in Los Angeles. Der bisherige zuverlässig registrierte Rekord lag 2020 und 2021 bei 54,4 Grad.

Auch in Nordafrika und Asien herrscht derzeit extreme Hitze. In Marokko kündigte der Wetterdienst eine bis Dienstag anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 47 Grad an und warnte zudem vor Wassermangel. In China wurden am Wochenende in mehreren Provinzen bis zu 40 Grad oder mehr erwartet. In Japan mahnten die Behörden die Menschen wegen erwarteter Temperaturen von bis zu 39 Grad zur Vorsicht.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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