Deutsche Tageszeitung - Umweltbundesamt-Präsident: Letzte Generation sollte Protestformen überdenken

Umweltbundesamt-Präsident: Letzte Generation sollte Protestformen überdenken


Umweltbundesamt-Präsident: Letzte Generation sollte Protestformen überdenken
Umweltbundesamt-Präsident: Letzte Generation sollte Protestformen überdenken / Foto: © AFP/Archiv

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, hat den Klimaaktivisten der Letzten Generation das Überdenken ihrer Protestformen nahegelegt. "Ich würde den Mitgliedern der Letzten Generation empfehlen, über ihre Aktionsformate nachzudenken", sagte Messner bei der Vorstellung einer Studie zum Umweltbewusstsein am Donnerstag in Berlin. In der Studie gaben 61 Prozent der Befragten an, mit Protestformen wie der Besetzung von Wäldern oder Autobahnen nicht oder eher nicht einverstanden zu sein.

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Ebenfalls 61 Prozent gaben an, die Forderungen von Klimabewegungen zu unterstützen und finden, dass die Politik mehr auf sie hören sollte. Die Wahrnehmung der Umweltbewegungen fällt demnach negativer aus als die Wahrnehmung von Fridays For Future bei der letzten Erhebung im Jahr 2020.

"Dies kann einerseits eine zeitliche Entwicklung sein, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Umweltbewegungen, die neben Demonstrationen auch zivilen Ungehorsam einsetzen, auf stärkere Ablehnung stoßen als die Schülerstreiks von Fridays For Future", hieß es dazu in der Studie.

UBA-Präsident Messner machte darauf aufmerksam, dass zur Klimabewegung auch Gruppen wie Fridays For Future zählen oder Unternehmen, die sich für Klimaschutz einsetzen. "Das ist alles sehr wichtig und wird von der Bevölkerung für relevant erachtet", betonte er. Wenn aber ein Teil der Protestbewegung eher Widerstand als Unterstützung hervorrufe gegen die Protestform, "müssen diejenigen, die dafür verantwortlich sind, über ihre Protestform dringend nachdenken".

Für die repräsentative Studie wurden im Sommer 2022 insgesamt 2072 Menschen ab 14 Jahren befragt. Die Befragung und Auswertung nahmen das ConPolicy Institut sowie das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung vor. Die Umweltbewusstseinsstudie erforscht seit 1996 im Zweijahresrhythmus, wie sich Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der Bevölkerung in Deutschland entwickeln.

(O.Zhukova--DTZ)

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