Deutsche Tageszeitung - EU-Staaten besprechen Glyphosat-Zulassung - Özdemir wirbt für "Nein"

EU-Staaten besprechen Glyphosat-Zulassung - Özdemir wirbt für "Nein"


EU-Staaten besprechen Glyphosat-Zulassung - Özdemir wirbt für "Nein"
EU-Staaten besprechen Glyphosat-Zulassung - Özdemir wirbt für "Nein" / Foto: © AFP/Archiv

Die EU-Staaten haben sich mit der möglichen erneuten Zulassung von Glyphosat für weitere zehn Jahre befasst. Der entsprechende Vorschlag der Kommission stand am Freitag im Ausschuss der Ständigen Vertreter in Brüssel zur Debatte. Der deutsche Vertreter in dem Gremium machte sich nach Angaben aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium für eine innerhalb des Hauses von Minister Cem Özdemir (Grüne) abgestimmte Position stark.

Textgröße ändern:

Özdemir ist gegen eine erneute Verlängerung der Zulassung. "Solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass Glyphosat der Gesundheit schadet, sollte die Genehmigung in der EU auslaufen", erklärte er am Mittwoch. Deshalb werbe er in Brüssel für ein "Nein" zum Kommissionsvorschlag, bekräftigte er am Freitag nach dem Treffen der Landeslandwirtschaftsminister in Kiel.

Bundestagsabgeordnete des Koalitionspartners FDP, etwa der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Gero Hocker, begrüßten jedoch den Vorschlag der Brüsseler Behörde. Diese hat vorgeschlagen, Glyphosat erneut für zunächst zehn Jahre zuzulassen, den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters jedoch an Bedingungen knüpfen.

Wenn sie das Mittel einsetzen, sollen Landwirte künftig etwa einen Pufferstreifen auf ihren Feldern einhalten müssen. Für die Sikkation, also das gezielte Austrocknen von Pflanzen vor der Ernte, soll Glyphosat verboten werden. Die Kommission verwies auf eine Einschätzung der Lebensmittelbehörde Efsa, die grundsätzlich keine Voraussetzungen für ein Verbot des Mittels sieht, wohl aber potenzielle Risiken, weil in vielen Bereichen noch wissenschaftliche Daten fehlten.

Die EU-Staaten sollen nun Mitte Oktober über die weitere Glyphosat-Zulassung abstimmen. Um den Kommissionsvorschlag abzulehnen, bräuchte es eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 15 Mitgliedstaaten, die für mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung stehen. Der endgültige Beschluss soll bis zum 15. Dezember fallen, dann läuft die bisherige Zulassung für Glyphosat in der EU aus.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Studie: Mehrheit in Deutschland ist weiter für konsequenten Klimaschutz

Eine Mehrheit der Deutschen fordert weiterhin größere staatliche Anstrengungen beim Klimaschutz und ein Vorantreiben der Energie-, Verkehrs- und Wärmewende. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation der Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach ist die Zustimmung zu verstärktem Klimaschutz etwas geringer als bei früheren Befragungen, es gebe dafür aber weiter "ein breites gesellschaftliches Mandat".

Niedersachsen: Feuerwehr rettet entkräftetes Reh aus Pool

Einsatzkräfte der Feuerwehr haben im niedersächsischen Celle ein Reh aus einem Pool gerettet. Das Tier schaffte es am Samstagmorgen nicht aus eigener Kraft aus dem Wasserbecken, wie die Freiwillige Feuerwehr Celle am Montagabend berichtete.

Abholzung im Amazonas auf niedrigstem Stand seit einem Jahrzehnt

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. In der Periode von August 2025 bis Juli 2026 seien 2874 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilten die Behörden am Freitag unter Berufung auf Satellitendaten mit. Dies seien 37 Prozent weniger als in den zwölf Monaten davor - und der niedrigste Stand seit der genauen Erfassung der Abholzung im Jahr 2016.

42,2 Grad: Allzeit-Hitzerekord in der Slowakei nach nur einem Tag gebrochen

In der Slowakei ist zum zweiten Mal binnen zwei Tagen ein neuer Allzeit-Hitzerekord aufgestellt worden. In der unweit der Grenze zu Ungarn gelegenen südslowakischen Ortschaft Dolne Plachtince stieg das Thermometer am Donnerstag auf 42,2 Grad, wie der nationale Wetterdienst erklärte. Das war die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen in dem Land.

Textgröße ändern: