Deutsche Tageszeitung - Großbritannien investiert Milliarden in CO2-Abscheidung und -Einspeicherung

Großbritannien investiert Milliarden in CO2-Abscheidung und -Einspeicherung


Großbritannien investiert Milliarden in CO2-Abscheidung und -Einspeicherung
Großbritannien investiert Milliarden in CO2-Abscheidung und -Einspeicherung / Foto: © AFP

Großbritannien plant Investitionen in Höhe von 22 Milliarden Pfund (26,2 Milliarden Euro) in Projekte zur Abscheidung und Einlagerung von CO2. Premierminister Keir Starmer kündigte am Freitag laut vorab verbreitetem Redetext drei CCS-Großprojekte in den ehemaligen Industrieregionen in Nordengland an. Dies werde "unsere Industriezentren wiederbeleben", sagte Starmer demnachr. Es gehe um die "Industrie der Zukunft".

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CCS steht für Carbon Capture and Storage: Kohlendioxid oder CO2 wird nicht in die Atmosphäre ausgestoßen, sondern abgeschieden und dann dauerhaft in tiefliegenden geologischen Gesteinsschichten gespeichert. Die Technologie gilt als möglicherweise wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in Bereichen, in denen CO2 nicht gänzlich eingespart werden kann.

Nach Angaben der britischen Regierung entstehen durch die CCS-Projekte in Nordengland unmittelbar 4000 Arbeitsplätze. Langfristig sollen sie zur Schaffung weiterer 50.000 Arbeitsplätze beitragen. Die öffentlichen Gelder sind für einen Zeitraum von 25 Jahren vorgesehen und sollen weitere acht Milliarden Pfund an privaten Investitionen mobilisieren. Die Einlagerung von abgeschiedenem CO2 soll ab 2028 beginnen.

Großbritannien will auf diese Weise auch seine Klimaziele zu erreichen, viele andere Länder inklusive Deutschland setzen ebenfalls auf die Technologie, die allerdings noch in den Kinderschuhen steckt und daher vor allem teuer ist.

Zudem gibt es grundsätzliche Kritik, vor allem von Umweltgruppen. Sie fürchten, dass Staaten oder Unternehmen den Ausstieg aus fossilen Energieträgern unter Hinweis auf die Option CCS auf die lange Bank schieben könnten. Außerdem treibt sie die Sorge um, dass die ohnehin begrenzten Lagerstätten nicht dauerhaft stabil sein und die Treibhausgase nach und nach entweichen könnten.

(V.Sørensen--DTZ)

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