Deutsche Tageszeitung - Klage gegen LNG-Terminalschiff in Lubmin scheitert vor Bundesverwaltungsgericht

Klage gegen LNG-Terminalschiff in Lubmin scheitert vor Bundesverwaltungsgericht


Klage gegen LNG-Terminalschiff in Lubmin scheitert vor Bundesverwaltungsgericht
Klage gegen LNG-Terminalschiff in Lubmin scheitert vor Bundesverwaltungsgericht / Foto: © AFP/Archiv

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Donnerstag eine Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen den Betrieb des LNG-Terminalschiffs "Neptune" in Lubmin an der Ostsee abgewiesen. Die Umwelthilfe kritisiert "massive Klima- und Umweltschäden" durch die schwimmende Anlage, die Flüssigerdgas (LNG) speichern sowie erwärmen und damit wieder gasförmig machen kann. Inzwischen liegt die "Neptune" nicht mehr in Lubmin, sondern im Rügener Hafen Mukran. (Az. 7 A 8.23)

Textgröße ändern:

Die Umwelthilfe befürchtete eine Wiederaufnahme des Betriebs in Lubmin, da die Genehmigung noch für zweieinhalb Jahre gilt. Die Klage gegen diese Genehmigung hatte nun keinen Erfolg. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei wegen der Ausnahmevorschriften des LNG-Beschleunigungsgesetzes nicht notwendig gewesen, erklärte das Gericht. 2023 habe eine Gasversorgungskrise bestanden und die "Neptune" könne einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, diese Krise zu bewältigen.

Die Anlage war Anfang 2023 in Betrieb gegangen. Drei kleine Transportschiffe brachten das flüssige Erdgas von dem Speicherschiff, das vor Rügen ankerte, zur "Neptune". Als im Frühjahr 2024 dann die Gaspipeline von Mukran zum Gasfernleitungsnetz in Lubmin in Betrieb ging, wurde das Terminalschiff ebenfalls nach Mukran verlegt, wie das Gericht ausführte. Die Zwischenspeicherung auf dem Speicherschiff und der Shuttleverkehr der kleinen Transportschiffe seien nicht mehr notwendig.

Im April hatte das Bundesverwaltungsgericht bereits Klagen gegen die Gaspipeline abgewiesen. Im Juni scheiterten Eilanträge gegen den Betrieb des Rügener Terminals.

Die Umwelthilfe kündigte nach dem Urteil weitere rechtliche Schritte an. Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner sprach von einem "Rückschlag für den Schutz der einzigarten Natur und Tierwelt in der Küstenregion". Durch die Industrialisierung der Ostsee würden ganze Ökosysteme zerstört, es gebe "enorme Schadstoffbelastungen für Mensch und Tier".

Darum wolle die Umwelthilfe auch gegen die Betriebsgenehmigung des Terminalschiffs am neuen Standort Mukran klagen. Außerdem werde ein weiteres rechtliches Vorgehen vor dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg geprüft.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Region Ulm scheidet aus der engeren Endlagersuche aus

Region Ulm scheidet aus der engeren Endlagersuche aus. Die Region Ulm ist aus der Suche nach einem potenziellen Standort für ein Atommüllendlager ausgeschieden.

Fünf Bundesländer scheiden aus der Suche nach einem Atommüllendlager aus

Fünf Bundesländer scheiden aus der Suche nach einem Atommüllendlager aus. Peine (dpa) - Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil der laufenden Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll.

Suche nach atomarem Endlager: Nur fünf Prozent der Bundesfläche geeignet

Bei der Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager in Deutschland kommen weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes in Frage. Das ist das Ergebnis eines am Dienstag veröffentlichten Zwischenberichts der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine. Demnach befinden sich die weiter in Betracht kommenden Gebiete sowohl im Süden als auch Osten sowie Norden und Nordwesten der Bundesrepublik. Im Jahr 2025 war noch etwa ein Viertel der Fläche Deutschlands im Rennen.

Bis zu drei Grad heißer: EU-Kommission dringt auf Anpassung an den Klimawandel

Angesichts der Aussicht auf einen weltweit kaum aufzuhaltenden Temperaturanstieg dringt die EU-Kommission auf eine Vorbereitung auf Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen. Nationale Regierungen, Länder und Kommunen sollten in Zukunft "in allen großen Politikbereichen" auf die Anpassung an den Klimawandel achten, forderte die Kommission am Dienstag. Die Bemühungen um einen geringeren Treibhausgasausstoß reichten nicht mehr aus.

Textgröße ändern: