Deutsche Tageszeitung - WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor

WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor


WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor
WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor / Foto: © AFP

Schweden und Finnland verstoßen nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF gegen ihre Verpflichtungen zur Bewahrung schützenswerter Wälder. In den beiden EU-Länder würden jedes Jahr "tausende von Hektar Wald mit hohem Schutzwert abgeholzt, obwohl sie für die Klimastabilität, die biologische Vielfalt und die langfristige ökologische Gesundheit wichtig sind", erklärte der WWF am Donnerstag. Die beiden waldreichsten Länder Europas nutzten "Schlupflöcher", um die Abholzung in Ur- und Altwäldern zu ermöglichen, die geschützt werden sollten.

Textgröße ändern:

Bei der Bestimmung von Altwäldern gehen die Meinungen zwischen der EU und den beiden nordischen Ländern auseinander. Stockholm beruft sich auf drei verschiedene Definitionen, während Helsinki kürzlich striktere Anforderungen an einen solchen Wald vorgeschlagen hat. Dadurch würde sich nach Angaben von Kritikern der Umfang der Waldfläche, die nach EU-Vorgaben geschützt werden muss, verringern.

Der WWF fordert, dass Schweden einen größeren Teil seiner Wälder schützt, indem diese kartographiert werden und in bestimmten Gebieten ein Moratorium für die Abholzung verhängt wird.

Das EU-Renaturierungsgesetz, das im Sommer in Kraft trat, verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2030 mindestens je 20 Prozent der Land- und Meeresflächen, darunter auch Wälder, zu renaturieren.

Die derzeitige schwedische Regierung unternehme nicht genug, um Primär- und Altwälder in Privatbesitz zu schützen, kritisierte der WWF. Daher komme es zu "einem anhaltenden Verlust" dieser Wälder durch Kahlschlag. In Schweden sind nach Angaben des Forstindustrieverbands rund 140.000 Menschen in der Forstwirtschaft beschäftigt.

Die privaten Waldbesitzer in Schweden betonen, dass sie sich an die geltenden Gesetze halten. "Niemand fällt Bäume nur zum Spaß", sagte Magnus Kindbom vom schwedischen Bauernverband. Das Dilemma bestehe darin, einen Kompromiss zwischen dem Zugang zu mehr Biomasse und dem Schutz der biologischen Vielfalt zu finden.

Der schwedische Landwirtschaftsminister Peter Kullgren wies die Kritik des WWF zurück. Schweden nehme den Waldschutz ernst, erklärte er. Über 25 Prozent der schwedischen Wälder seien bereits aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen worden, und über zehn Prozent seien streng geschützt.

Um die biologischen Vielfalt in den schwedischen Wäldern ist es nach Einschätzung von Wissenschaftlern aber nicht gut bestellt. In einem 2024 veröffentlichten Artikel bezeichneten Experten der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften die "Abholzung von Wäldern mit hohem Naturwert" als einen Hauptgrund für diese Entwicklung.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Australischer Junge schwimmt vier Stunden im Meer und rettet abgetriebene Familie

In Australien ist ein Teenager vier Stunden lang vom offenen Meer an die Küste geschwommen, um seine Familie zu retten. Der 13-jährige Austin Appelbee legte vier Kilometer im Meer zurück, nachdem er mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Geschwistern vor der Südwestküste Australiens abgetrieben worden war. Am Strand alarmierte er dann die Rettungskräfte. Nach der erfolgreichen Rettungsaktion lobten diese am Dienstag die "übermenschlichen" Überlebensinstinkte des Jungen.

Für weniger Importe aus China: USA legen Rohstoffreserve an

Die USA wollen eine Rohstoffreserve für die Industrie aufbauen und damit unabhängiger von China werden. Dafür sei eine Anschubfinanzierung von fast zwölf Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro) geplant, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Präsident Donald Trump wollte den Plan demnach in Kürze verkünden.

Bundesrat gibt grünes Licht für mehr Verbraucherschutz

In seiner ersten Sitzung in diesem Jahr hat der Bundesrat grünes Licht für eine Reihe von Verbesserungen beim Verbraucherschutz gegeben. So sollen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig einen im Internet geschlossenen Vertrag einfach per Mausklick auf einen Button widerrufen können. Ein weiteres am Freitag von der Länderkammer gebilligtes Gesetz sieht strengere Regeln für Unternehmen vor, die ihre Produkte als "umweltfreundlich" vermarkten. Zudem stimmte der Bundesrat einem Gesetz zu mehr Produktsicherheit etwa bei Spielzeug zu.

Bundesrat billigt strengere Regeln für Werbung mit Umweltaussagen

Die neuen Regeln zur Verhinderung des so genannten Greenwashing können in Kraft treten. Der Bundesrat billigte in seiner Sitzung am Freitag ein Gesetz, das es Unternehmen erschweren soll, ihre Produkte irreführend oder missbräuchlich als "umweltfreundlich" oder "klimaneutral" zu vermarkten. Mit der bereits vom Bundestag verabschiedeten Gesetzesänderung setzt Deutschland entsprechende EU-Vorgaben um.

Textgröße ändern: