Deutsche Tageszeitung - Fast alle Staaten lassen UN-Frist zur Einreichung neuer Klimaziele verstreichen

Fast alle Staaten lassen UN-Frist zur Einreichung neuer Klimaziele verstreichen


Fast alle Staaten lassen UN-Frist zur Einreichung neuer Klimaziele verstreichen
Fast alle Staaten lassen UN-Frist zur Einreichung neuer Klimaziele verstreichen / Foto: © AFP/Archiv

Fast alle Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaabkommens von 2015 haben eine am Montag abgelaufene UN-Frist zur Einreichung neuer Klimaziele verstreichen lassen. Wie UN-Daten zeigten, reichten lediglich zehn von knapp 200 Unterzeichnerländern neue Klimapläne ein, darunter Großbritannien, die Schweiz und Brasilien, das Gastgeberland der kommenden UN-Klimakonferenz im November. Große CO2-Produzenten wie China, Indien und die Europäische Union legten keine Pläne vor.

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Auch die meisten G20 Staaten fehlten. Die USA reichten ihr Papier zu den überarbeiteten Klimamaßnahmen zwar vor. Dieses war jedoch vor dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Donald Trump ausgearbeitet worden und gilt deswegen als hinfällig. Trump hatte in einer seiner ersten Amtshandlungen den Austritt der USA aus dem Paris-Abkommen verfügt. Diese Entscheidung tritt nach einer einjährigen Frist offiziell im Januar 2026 in Kraft.

Das Abkommen sieht vor, dass jedes beteiligte Land seine Pläne zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen regelmäßig aktualisiert und verschärft. Bis Montag sollten die Staaten darlegen, wie genau sie bis 2035 weitere Emissionen einsparen wollen. Für das verspätete Einreichen der Ziele sind ebenso wenig Strafen vorgesehen wie für Verstöße gegen die vorgelegten nationalen Klima-Marschrouten.

Die EU hat angekündigt, ihren neuen Plan nachreichen zu wollen. Dies solle noch "weit vor" der COP30-Klimakonferenz in Brasilien im November geschehen. Beobachter erwarten, dass China - der weltgrößte CO2-Produzent und gleichzeitig größter Investor bei den erneuerbaren Energien - seine Vorhaben im zweiten Halbjahr 2025 nachreicht.

Zu denjenigen, die ihren Plan fristgerecht vorlegten, gehören zudem die Vereinigten Arabischen Emirate, Ecuador, Neuseeland, St. Lucia, Andorra und Uruguay.

Das 2015 geschlossene Pariser Klimaabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Davon ist die Welt derzeit allerdings laut UN-Klimasekretariat weit entfernt.

(A.Stefanowych--DTZ)

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