Deutsche Tageszeitung - Frankreich: Eine Million Unterschriften für Petition gegen Wiedereinführung von Pestizid

Frankreich: Eine Million Unterschriften für Petition gegen Wiedereinführung von Pestizid


Frankreich: Eine Million Unterschriften für Petition gegen Wiedereinführung von Pestizid
Frankreich: Eine Million Unterschriften für Petition gegen Wiedereinführung von Pestizid / Foto: © AFP/Archiv

Eine Petition gegen die Wiedereinführung eines verbotenen Pestizids in Frankreich hat mehr als eine Million Unterstützer gefunden. Die Schwelle von 500.000 Unterschriften wurde bereits am Samstag überschritten, bis zum Sonntag wurde dann die Millionen-Marke geknackt, wie auf der Website der französischen Nationalversammlung zu sehen war. Das Parlament hatte am 8. Juli die Wiedereinführung des Insektizids Acetamiprid beschlossen. Der Wirkstoff wird von Kritikern als "Bienen-Killer" bezeichnet.

Textgröße ändern:

Wenige Tage nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Wiedereinführung von Acetamiprid hatte die 23-jährige Studentin Eléonore Pattery die Petition gestartet. Sie bezeichnete den Beschluss des Parlaments als "wissenschaftlichen, ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Fehltritt". Acetamiprid war im Jahr 2018 in Frankreich verboten worden, ist innerhalb der EU jedoch weiterhin legal.

Eine Petition löst in Frankreich nicht automatisch eine Überprüfung eines Gesetzes aus. Wenn ein solches Vorhaben aber 500.000 Unterstützer erhält, kann die Nationalversammlung eine Debatte über die Petition abhalten. In der jüngeren französischen Geschichte war dies noch nie der Fall. Die Petition gegen das Pestizid war auch durch Schauspieler und mehrere linksgerichtete Abgeordnete unterstützt worden.

Die Vorsitzende der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, sagte am Sonntag im Sender Franceinfo, sie befürworte eine Debatte über die Petition. Änderungen an dem von den Abgeordneten beschlossenen Gesetz schloss sie aber aus.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Australischer Junge schwimmt vier Stunden im Meer und rettet abgetriebene Familie

In Australien ist ein Teenager vier Stunden lang vom offenen Meer an die Küste geschwommen, um seine Familie zu retten. Der 13-jährige Austin Appelbee legte vier Kilometer im Meer zurück, nachdem er mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Geschwistern vor der Südwestküste Australiens abgetrieben worden war. Am Strand alarmierte er dann die Rettungskräfte. Nach der erfolgreichen Rettungsaktion lobten diese am Dienstag die "übermenschlichen" Überlebensinstinkte des Jungen.

Für weniger Importe aus China: USA legen Rohstoffreserve an

Die USA wollen eine Rohstoffreserve für die Industrie aufbauen und damit unabhängiger von China werden. Dafür sei eine Anschubfinanzierung von fast zwölf Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro) geplant, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Präsident Donald Trump wollte den Plan demnach in Kürze verkünden.

Bundesrat gibt grünes Licht für mehr Verbraucherschutz

In seiner ersten Sitzung in diesem Jahr hat der Bundesrat grünes Licht für eine Reihe von Verbesserungen beim Verbraucherschutz gegeben. So sollen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig einen im Internet geschlossenen Vertrag einfach per Mausklick auf einen Button widerrufen können. Ein weiteres am Freitag von der Länderkammer gebilligtes Gesetz sieht strengere Regeln für Unternehmen vor, die ihre Produkte als "umweltfreundlich" vermarkten. Zudem stimmte der Bundesrat einem Gesetz zu mehr Produktsicherheit etwa bei Spielzeug zu.

Bundesrat billigt strengere Regeln für Werbung mit Umweltaussagen

Die neuen Regeln zur Verhinderung des so genannten Greenwashing können in Kraft treten. Der Bundesrat billigte in seiner Sitzung am Freitag ein Gesetz, das es Unternehmen erschweren soll, ihre Produkte irreführend oder missbräuchlich als "umweltfreundlich" oder "klimaneutral" zu vermarkten. Mit der bereits vom Bundestag verabschiedeten Gesetzesänderung setzt Deutschland entsprechende EU-Vorgaben um.

Textgröße ändern: